Besucher weltweit



Australien verzeichnete 2015 insgesamt 7,2 Mio internationale Besucher. Aus Deutschland kamen 188.000 Besucher (plus 4 Prozent), aus der Schweiz 51.000. Die Anzahl der Backpacker stieg um 2,4% im Vergleich zu Vorjahr. Dabei ging die Zahl der Backpacker die Northern Territory, Queensland und Victoria besuchten zurück, während Tasmania und das Australian Capitol Territory jeweils über zehn Prozent hinzugewinnen konnten.

Die Einreisezahlen für die Jahre 2014/15 beinhalten eine "Sonderkonjunktur": Aufgrund der doppelten Abiturs-Jahrgänge durch Umstellung von neunjähriges auf achtjähriges Gymnasium (beispielsweise in Baden-Württemberg), gab es außergewöhnlich viele Reisende als Arbeitsurlauber mit Work and Travel Visum. Diese Art von Reisenden in der Altersgruppe zwischen 18 und 30 Jahren haben in mehrfacher Hinsicht einen besonderen Bedarf an Informationen und Reiseangeboten. Sie benötigen oft ein flexibles Rückflugticket, teilweise auch mit einem Gültigkeitszeitraum über 12 Monate hinaus. Zum Vergleich: 2009 zählte 5,1 Mio Besucher mit einem Alter über 15 Jahre. Damals brachte der Tourismus etwa 25 Milliarden australische Dollar ins Land und beschäftigt mehr als 550.000 Australier.

Diese Daten stellte das Australian Bureau of Statistics zusammen. Wenn Sie sich fragen, woher diese exakten Zahlen kommen: Das sind die statistischen Blättchen, die Sie als Ein- und Ausreisezettel am Zoll abgeben.

  1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015*
Besucher in Tausend 4.460 4.931 4.856 4.841 4.746 5.215 5.499 5.532 5.644 5.586 5.584 5.900 5.900 6.150 6.500 6.770 7.000*

* Die Zahlen für 2015 basieren auf Schätzungen des Tourism Forecasting Committee (TFC).


Prognosen fast immer viel zu optimistisch
Bei den Prognosen der Gesamtbesucherzahlen haben die Australier schon von jeher meist deutlich über den realistischen Zielen gelegen. Auf der Website des Tourismusministeriums lassen sich - wahrscheinlich stark politisch motivierte - Vorhersagezahlen ablesen.

Besucher in Tausend 2001 2004 2007 2010 2016
Prognose 1997 5.500 10.000
Prognose 2003 5.000 6.000 7.000
Prognose 2007 6.600 8.900
Prognose 2009 5.797 7.361
IST 4.856 5.215 5.644


Mit krassen Fehlprognosen liegen die Aussies allerdings nicht alleine: Nachbar Neuseeland hat Anfang der 90er Jahre für sich ebenfalls über 250.000 deutsche Besucher pro Jahr im Jahr 2000 als Marketingziel prognostiziert. Tatsächlich waren es dann 57.000, anno 2007 waren es rund 60.000.


Spezial-Zielgruppe Backpacker



Australien erzielt pro Jahr Einnahmen von 3,5 Milliarden australischen Dollar durch Rucksacktouristen. Sie stellen rund zehn Prozent aller internationalen Besucher.


(Quellen: Australian Tourist Commission, Report "Backpackers Uncovered", der vom Backpacker Magazin TNT Magazine und Student Uni Travel)


Traumziel Australien



Australien hat als "Ländermarke" die Nase vorn. Zu diesem Ergebnis kam anno 2006 die zweite jährliche Erhebung zur "Markenqualität" von Ländern, die im Rahmen des World Travel Market, der führenden jährlichen Messe der globalen Reiseveranstalter, unter der Bezeichnung Country Brand Index 2006 (CBI) veröffentlicht wurde. Die USA und Italien nehmen den zweiten und dritten Platz ein. Der CBI behandelt Länder als "Marken" und bewertet neue globale Reisetrends im Wirtschaftsbereich mit dem weltweit schnellsten Wachstum (1): Reisen und Tourismus. Mehr als einer von elf Arbeitsplätzen gehört weltweit diesem Bereich an. Der CBI hebt ausserdem China, Kroatien und die Vereinigten Arabischen Emirate als die drei Spitzenreiter unter den zukünftigen Reiseländern hervor, d.h. Länder, die sich im Lauf der nächsten fünf Jahre voraussichtlich zu wichtigen Tourismuszielen entwickeln werden.

Die Untersuchung wurde von FutureBrand, einem führendenBeratungsunternehmen für globale Marken, in Verbindung mit dem Projekt Global Travel Practice von Weber Shandwick unter weltweit mehr als 1.500 internationalen Reisenden, Experten der Reisebranche und Mitarbeitern des Gastgewerbes durchgeführt. Dabei wurde untersucht, wie Länder als "Marken" bewertet und anhand von wichtigen Kriterien eingestuft werden können. Der CBI enthält in 2006eine Rangliste und identifiziert neue Trends, Reisegründe, Herausforderungen und besondere Gelegenheiten in der Reise- und Tourismusbranche und in der Einstufung von Ländern als Marken.

Interessant auch die Einzelwertungen der besten Ländermarke für...

Eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts in Berlin wurde im Jahr 2004 mit 1008 Deutschen durchgeführt. Gefragt wurde, wohin sie reisen würden, wenn Geld keine Rolle spielt. Auftrageber war die Zeitschrift "Reise Bild".

Australien lag dabei mit 13 Prozent der Nennungen an der Spitze. Die USA nannten 11 Prozent, Neuseeland 7 Prozent der Befragten. Platz vier bis bis sechs belegten Kanada (6 Prozent), die Karibik (6 Prozent) und Asien (5 Prozent).

16 Prozent nannten den Irak als Top eins der Alptraumziele. Zehn Prozent können sich keinen Urlaub in der Türkei vorstellen. Auf den Plätzen der Alptraumziel-Rangliste folgten der Iran (5 Prozent), Israel (4 Prozent), Afghanistan (4 Prozent), Ägypten (3 Prozent) und Tunesien (1 Prozent). Den Nahen Osten lehnten allgemein drei Prozent, arabische und islamische Länder zwei beziehungsweise ein Prozent ab.

Die Leser des deutschen Reisemagazines Globo wählten Australien im März 1999 auf Platz 1 in der Umfrage nach den beliebtesten Urlaubszielen. Mit der Note 1,86 landete der fünfte Kontinent knapp vor Kanada und Thailand. Auch in den Einzelkategorien "Essen & Trinken", "Umwelt", "Sicherheit" und "Shopping" erreichte Australien Plätze in der Top 5.
In den US-Reisemagazinen »Conde Nast Traveler« und »Travel & Leisure« wurde in mehreren Umfragen Sydney als Reiseziel favorisiert.


Tourismuswerbung



Tourism Australia wirbt seibt März 2010 mit dem Begriff "There's nothing like Australia". Nach der nicht unumstrittenen Kampagne unter dem Titel "So where the bloody hell are you?", die auch nicht überall verstanden wurde (wir berichteten des Öfteren) und der Zwischenkampagne rund um den Film Australia sollen die Australier ihre Begeisterung für ihr Land gezielt mit den potentiellen Besuchern teilen.

Crowdsourcing für Reisetipps

Tourism Australia setzt dazu auf das Element des Crowdsourcing. Bis Mai 2010 haben die Australier ihre Lieblingsbilder auf die Website nothinglikeaustralia.com hochgeladen. Es entstand ein Insider-Guide zum Land. Bei den ersten Medienberichten wurden 15.000 Bilder als Ziel ausgegeben. Es wurden dann knapp 30.000. Die Kampagne bezieht orientierte sich am Erfolg von ortsbezogenen Informationen wie sie in Bilderplattform wie Flickr, Panoramio oder Videoplattformen wie YouTube oder Pleastakemeto immer häufiger zu finden ist und wie sie zunehmend mit Google Maps verknüpft wird. In der Sprache der Techniker hinterlegen die Teilnehmer folglich sogenannte "Points of Interest" (= PoI). Ein solches Verfahren kennt man bereits von den Navigationssystemen und Boomerang Reisen nutzt es beispielsweise für seinen interaktiven Tourenplaner. Neu ist bei der Kampagne von Tourism Australia, dass nun die breite Masse der Anwender dazu aufgefordert wird ihre Tipps einzugeben. Mit diesen POIs erfolgt in der Sprache der Techniker ein Mashups - also das Verknüpfen von Landkarten und Ortsinformationen.

Bei Google Maps wird die Verknüpfung zu Panoramio (Bilder) und Wikipedia (Fakten) sehr gern genutzt. Folglich können Sie diese Informationen auch bezogen auf den Ort oder die Region auch auf unseren Tourtipps-Seiten abrufen.

Die Konstruktion der Website für die Kampagne von Tourism Australia soll allein 4 Millionen AUD gekostet haben. Herzstück ist eine interaktive Karte auf der nach Art des Erlebnisses, Ort und über tausend Suchworten gesucht werden können soll. Erdacht wurde die Kampagne von der Agentur DDB in Sydney.

Kaum veröffentlicht musste sich die neue Kampagne bereits Kritik gefallen lassen: Der Slogan erinnere doch sehr an den eigebürgerten Slogan des Bundesstaates New South Wales ("There's no place like it"). Wenige Tage vor den Australiern startete Tourism Wellington aus Neuseeland eine Kampagne mit dem Slogan "There is no place like …Wellington". Informatiker könnten sich bestätigt fühlen in der besonderen Bedeutung der IT für die Kampagne und den Slogan bewusst auf "There's nothing like IT" abkürzen. Der Slogan verleitet andererseits Satiriker dazu ihn mal kurzerhand umzustellen und abzukürzen in "Australia - There's nothing".

Das Vermarkten einer ganzen Destination ruft meist keinen ungeteilten Beifall hervor. Auch die Baden-Württemberger brauchten lange um sich mit dem Slogan "Wir können alles außer Hochdeutsch" sich so richtig anzufreunden, zumal der Spruch auch lediglich recyclet wurde - er war auch schon für die Sachsen im Einsatz. Nur selten gelingt gleich von Anfang der große Wurf wie bei den Neuseeländern, deren "100% Pure"-Kampagne das Image des Landes perfekt aufnimmt und insbesondere den deutschen Sehnsüchten nach einer heileren, grünen Welt Rechnung trägt. Die Bundesstaaten Australiens versuchen es auch mit unterschiedlichen Ansätzen: So wirbt 2010 das Northern Territory mit "Share Our Story", Queensland fragt selbstbewusst "Where else but …Queensland", Southern Australia verspricht ein brillante Mischung - also "a brillant blend", Tasmanien ist "Australia's Natural State", Victoria mit "You'll love every piece of it" und Western Australia mit "Experiene Extraordinary". Canberra ist übrigens die "Home of the Australian Story".


Bremsfaktoren von Australien-Interessierten in Deutschland



Es gibt so eine Gruppe interessierter Fernreisender, die durchaus Interesse an Australien zeigt, die allerdings sich nicht so recht schlüssig ist ob Down Under für ihren Urlaub das richtige Ziel ist. Im Oktober 2002 veröffentlichte die Australian Tourism Commission in Zusammenarbeit mit den Fremdenverkehrsämtern der Bundesstaaten die Studie 'German Barriers Study'. Sie sollte die Faktoren identifizieren, warum potentiell interessierte Deutsche nicht nach Australien reisen. Befragt wurden acht Zielgruppen. Aufgrund dieser Studie wurden die Marketingpläne der Fremdenverkehrsämter in 2002/03 umgeschrieben und weiter optimiert. Wir haben nachfolgend einige Ergebnisse und Handlungsempfehlungen dieser Studie herausgegriffen. Die gelisteten Faktoren sind auch von all jenen in Erwägung ziehen, die sich im Rahmen des Studiums oder beruflich mit der Gestaltung und Vermittlung von Australien-Reisen beschäftigen.

 


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