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Für Australien ist der Tourismus mittlerweile Devisenerbringer Nummer eins. 2009 brachte er etwa 25 Milliarden australische Dollar ins Land und beschäftigt mehr als 550.000 Australier. Australien zählte 5,1 Mio Besucher mit einem Alter über 15 Jahre, diese Zahl ist im Vergleich mit 2008 unverändert. Diese Daten stellte das Australian Bureau of Statistics zusammen. Wenn Sie sich fragen, woher diese exakten Zahlen kommen: Das sind die statistischen Blättchen, die Sie als Ein- und Ausreisezettel am Zoll abgeben.
| 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2016* | |
| Besucher in Tausend | 4.460 | 4.931 | 4.856 | 4.841 | 4.746 | 5.215 | 5.499 | 5.532 | 5.644 | 5.586 | 5.584 | 7.361 |
| Veränderung | +7% | +11% | -2% | 0% | -2% | +10% | +5% | +1% | +2% | -1% | 0% |
* Die Zahlen für 2016 basieren auf Schätzungen des Tourism Forecasting Committee (TFC) von 2009.
Prognosen fast immer viel zu optimistisch
Bei den Prognosen der Gesamtbesucherzahlen haben die Australier schon von jeher meist deutlich über den realistischen Zielen gelegen. Auf der Website des Tourismusministeriums lassen sich - wahrscheinlich stark politisch motivierte - Vorhersagezahlen ablesen.
| Besucher in Tausend | 2001 | 2004 | 2007 | 2010 | 2016 |
| Prognose 1997 | 5.500 | 10.000 | |||
| Prognose 2003 | 5.000 | 6.000 | 7.000 | ||
| Prognose 2007 | 6.600 | 8.900 | |||
| Prognose 2009 | 5.797 | 7.361 | |||
| IST | 4.856 | 5.215 | 5.644 |
Mit krassen Fehlprognosen liegen die Aussies allerdings nicht alleine: Nachbar Neuseeland hat Anfang der 90er Jahre für sich ebenfalls über 250.000 deutsche Besucher pro Jahr im Jahr 2000 als Marketingziel prognostiziert. Tatsächlich waren es dann 57.000, anno 2007 waren es rund 60.000.
| Ankünfte in Australien | Besucher 2009 | Vergleich zu 2006 | Vergleich zu 2009 |
| aus Neuseeland | 1.005.000 | -0% | -12% |
| aus Großbritannien | 625.000 | -9% | -1% |
| aus USA | 450.000 | -2% | +5% |
| aus China | 351.000 | -2% | +4% |
| aus Japan | 332.000 | -42% | -22% |
| aus Singapur | 250.000 | -5% | +7% |
| aus Malaysia | 192.000 | +20% | +25% |
| aus Korea | 168.000 | -34% | -17% |
| aus Deutschland | 156.000 | +3% | +1% |
| aus Hongkong | 143.000 | -3% | +9% |
| aus Kanada | 117.000 | +2% | -2% |
| ... | |||
| aus der Schweiz | 41.000 | -2% | +8% |
| aus Österreich | 16.800 | -12% | 0% |
Australien erzielt pro Jahr Einnahmen von 3,5 Milliarden australischen Dollar durch Rucksacktouristen. Sie stellen rund zehn Prozent aller internationalen Besucher.
Australien hat als "Ländermarke" die Nase vorn. Zu diesem Ergebnis kam anno 2006 die zweite jährliche Erhebung zur "Markenqualität" von Ländern, die im Rahmen des World Travel Market, der führenden jährlichen Messe der globalen Reiseveranstalter, unter der Bezeichnung Country Brand Index 2006 (CBI) veröffentlicht wurde. Die USA und Italien nehmen den zweiten und dritten Platz ein. Der CBI behandelt Länder als "Marken" und bewertet neue globale Reisetrends im Wirtschaftsbereich mit dem weltweit schnellsten Wachstum (1): Reisen und Tourismus. Mehr als einer von elf Arbeitsplätzen gehört weltweit diesem Bereich an. Der CBI hebt ausserdem China, Kroatien und die Vereinigten Arabischen Emirate als die drei Spitzenreiter unter den zukünftigen Reiseländern hervor, d.h. Länder, die sich im Lauf der nächsten fünf Jahre voraussichtlich zu wichtigen Tourismuszielen entwickeln werden.
Die Untersuchung wurde von FutureBrand, einem führendenBeratungsunternehmen für globale Marken, in Verbindung mit dem Projekt Global Travel Practice von Weber Shandwick unter weltweit mehr als 1.500 internationalen Reisenden, Experten der Reisebranche und Mitarbeitern des Gastgewerbes durchgeführt. Dabei wurde untersucht, wie Länder als "Marken" bewertet und anhand von wichtigen Kriterien eingestuft werden können. Der CBI enthält in 2006eine Rangliste und identifiziert neue Trends, Reisegründe, Herausforderungen und besondere Gelegenheiten in der Reise- und Tourismusbranche und in der Einstufung von Ländern als Marken.
Interessant auch die Einzelwertungen der besten Ländermarke für...
Eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts in Berlin wurde im Jahr 2004 mit 1008 Deutschen durchgeführt. Gefragt wurde, wohin sie reisen würden, wenn Geld keine Rolle spielt. Auftrageber war die Zeitschrift "Reise Bild".
Australien lag dabei mit 13 Prozent der Nennungen an der Spitze. Die USA nannten 11 Prozent, Neuseeland 7 Prozent der Befragten. Platz vier bis bis sechs belegten Kanada (6 Prozent), die Karibik (6 Prozent) und Asien (5 Prozent).
16 Prozent nannten den Irak als Top eins der Alptraumziele. Zehn Prozent können sich keinen Urlaub in der Türkei vorstellen. Auf den Plätzen der Alptraumziel-Rangliste folgten der Iran (5 Prozent), Israel (4 Prozent), Afghanistan (4 Prozent), Ägypten (3 Prozent) und Tunesien (1 Prozent). Den Nahen Osten lehnten allgemein drei Prozent, arabische und islamische Länder zwei beziehungsweise ein Prozent ab.
Die Leser des deutschen Reisemagazines Globo wählten Australien im März 1999 auf Platz 1 in der Umfrage nach den beliebtesten Urlaubszielen. Mit der Note 1,86 landete der fünfte Kontinent knapp vor Kanada und Thailand. Auch in den Einzelkategorien "Essen & Trinken", "Umwelt", "Sicherheit" und "Shopping" erreichte Australien Plätze in der Top 5.
In den US-Reisemagazinen »Conde Nast Traveler« und »Travel & Leisure« wurde in mehreren Umfragen Sydney als Reiseziel favorisiert.
Zusammen mit den Österreichern und Schweizern reisen jährlich etwa 221.000 Besucher aus deutschsprachigen Ländern nach Australien.
| Deutsche Besucher | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 |
| New South Wales | 97.800 | 96.300 | 97.600 | 92.200 | 92.400 | 96.800 | 97.500 | 99.600 | 109.000 | 108.000 |
| Northern Territory | 56.400 | 49.600 | 52.300 | 39.400 | 41.700 | 42.100 | 43.200 | 42.300 | 40.000 | 39.000 |
| Queensland | 74.600 | 71.400 | 78.300 | 64.600 | 70.900 | 71.800 | 75.900 | 74.900 | 77.000 | 81.000 |
| South Australia | 33.700 | 36.200 | 38.600 | 32.200 | 34.300 | 30.000 | 31.600 | 34.500 | 30.000 | 32.000 |
| Tasmania | 7.900 | 10.100 | 5.500 | 5.000 | 5.200 | 9.000 | 8.900 | 8.700 | 8.000 | 9.000 |
| Victoria | 53.800 | 55.300 | 54.400 | 51.200 | 54.000 | 55.500 | 57.300 | 55.300 | 60.000 | 59.000 |
| Western Australia | 29.800 | 24.500 | 22.700 | 20.300 | 25.200 | 24.700 | 27.200 | 27.200 | 28.000 | 27.000 |
Quellen: ATC und die Verkehrsämter der Bundesstaaten, diverse Veröffentlichungen in fvw und Reisebüro Bulletin
Die Zahl der Reisenden aus Österreich und der Schweiz nach Australien und deren Interessen unterscheiden sich nach Angaben der Marktforscher in erstaunlichem Masse: Von "Austria nach Australia" liegt der Weg eigentlich nahe: Von 8,17 Millionen Einwohnern besuchten 18.894 Personen im Jahr 2005. Das waren allerdings 2.7% weniger als im Jahr zuvor. Aus Österreich kommen vorwiegend Individualreisende und Backpacker. Sie interessieren sich primär für Outdoor-Aktivitäten, die Tierwelt, Aufenthalte auf Bauernhöfen, die Nationalparks, Abenteuerurlaub sowie die Kultur der Ureinwohner.
Auch aus der Schweiz kommen vorwiegend Individualreisende und Backpacker. Von den 7,490,000 Einwohnern der Schweiz reisten 41.394 Besucher im Jahr 2005 nach Australien (ein Plus von 0,7%). Nach Angaben von Tourism Queensland nutzen die Schweizer mehr als andere Besucher die Möglichkeit ihre Reise über das Internet zu planen. Für die Ankünfte aus der Schweiz wird eine recht sportliche Wachstumsrate pro Jahr von 4,6% in den Jahren bis 2014 prognostiziert. Den Schweizern wird Interesse an den Stränden und unbekannteren Sportarten nachgesagt. Die Marktforscher attestieren den Schweizern auch ein vertieftes Interesse am Outback, dem Buschwandern und Tauchen. Im Gegensatz zu ihren österreichischen Nachbarn interessieren die Schweizer Farmaufenthalte oder Abenteuerurlaub eher weniger. Ziele mit historischem, kulturellen Inhalt wird auch besonderes Interesse der Schweizer attestiert.
Tourism Australia hat Ende März 2010 die neue Marketing-Kampagne unter dem Titel "There's nothing like Australia" vorgestellt. zunächst in Australien die lang erwartete neue Kampagne starten. Nach der nicht unumstrittenen Kampagne unter dem Titel "So where the bloody hell are you?", die auch nicht überall verstanden wurde (wir berichteten des Öfteren) und der Zwischenkampagne rund um den Film Australia sollen nun die Australier ihre Begeisterung für ihr Land gezielt mit den potentiellen Besuchern teilen.
Crowdsourcing für Reisetipps
Tourism Australia setzt dazu auf das Element des Crowdsourcing. Bis 12. Mai 2010 sollen die Australier ihre Lieblingsbilder auf die Website nothinglikeaustralia.com hoch laden und dort soll dann ein Insider-Guide zum Land entstehen. Bei den ersten Medienberichten wurden 15.000 Bilder als Ziel ausgegeben. Die Kampagne bezieht orientiert sich am Erfolg von ortsbezogenen Informationen wie sie in Bilderplattform wie Flickr, Panoramio oder Videoplattformen wie YouTube oder Pleastaemeto immer häufiger zu finden ist und wie sie zunehmend mit Google Maps verknüpft wird. In der Sprache der Techniker hinterlegen die Teilnehmer folglich sogenannte "Points of Interest" (= PoI). Ein solches Verfahren kennt man bereits von den Navigationssystemen und Boomerang Reisen nutzt es beispielsweise für seinen interaktiven Tourenplaner. Neu ist bei der Kampagne von Tourism Australia, dass nun die breite Masse der Anwender dazu aufgefordert wird ihre Tipps einzugeben. Mit diesen POIs erfolgt in der Sprache der Techniker ein Mashups - also das Verknüpfen von Landkarten und Ortsinformationen. Bei Google Maps wird die Verknüpfung zu Panoramio (Bilder) und Wikipedia (Fakten) sehr gern genutzt. Folglich können Sie diese Informationen auch bezogen auf den Ort oder die Region auch auf unseren Tourtipps-Seiten abrufen.
Die Konstruktion der Website für die Kampagne von Tourism Australia soll allein 4 Millionen AUD gekostet haben. Herzstück soll eine interaktive Karte sein auf der nach Art des Erlebnisses, Ort und über tausend Suchworten gesucht werden können soll. Erdacht wurde die Kampagne von der Agentur DDB in Sydney.
Auf internationaler Ebene soll eine Marketingkampagne ab 31. Mai 2010 starten, die Bilder von der Website nothinglikeaustralia.com verwendet werden. Es soll auch Fernseh- und Kinowerbung geben sowie Print- und Online-Werbung. Im deutschsprachigen Raum soll die Kampagne voraussichtlich erst im Herbst 2010 gestartet werden.
Kaum veröffentlicht musste sich die neue Kampagne bereits Kritik gefallen lassen: Der Slogan erinnere doch sehr an den eigebürgerten Slogan des Bundesstaates New South Wales ("There's no place like it"). Wenige Tage vor den Australiern startete Tourism Wellington aus Neuseeland eine Kampagne mit dem Slogan "There is no place like …Wellington". Informatiker könnten sich bestätigt fühlen in der besonderen Bedeutung der IT für die Kampagne und den Slogan bewusst auf "There's nothing like IT" abkürzen. Der Slogan verleitet andererseits Satiriker dazu ihn mal kurzerhand umzustellen und abzukürzen in "Australia - There's nothing".
Das Vermarkten einer ganzen Destination ruft meist keinen ungeteilten Beifall hervor. Auch die Baden-Württemberger brauchten lange um sich mit dem Slogan "Wir können alles außer Hochdeutsch" sich so richtig anzufreunden, zumal der Spruch auch lediglich recyclet wurde - er war auch schon für die Sachsen im Einsatz. Nur selten gelingt gleich von Anfang der große Wurf wie bei den Neuseeländern, deren "100% Pure"-Kampagne das Image des Landes perfekt aufnimmt und insbesondere den deutschen Sehnsüchten nach einer heileren, grünen Welt Rechnung trägt. Die Bundesstaaten Australiens versuchen es auch mit unterschiedlichen Ansätzen: So wirbt 2010 das Northern Territory mit "Share Our Story", Queensland fragt selbstbewusst "Where else but …Queensland", Southern Australia verspricht ein brillante Mischung - also "a brillant blend", Tasmanien ist "Australia's Natural State", Victoria mit "You'll love every piece of it" und Western Australia mit "Experiene Extraordinary". Canberra ist übrigens die "Home of the Australian Story".
Es gibt so eine Gruppe interessierter Fernreisender, die durchaus Interesse an Australien zeigt, die allerdings sich nicht so recht schlüssig ist ob Down Under für ihren Urlaub das richtige Ziel ist. Im Oktober 2002 veröffentlichte die Australian Tourism Commission in Zusammenarbeit mit den Fremdenverkehrsämtern der Bundesstaaten die Studie 'German Barriers Study'. Sie sollte die Faktoren identifizieren, warum potentiell interessierte Deutsche nicht nach Australien reisen. Befragt wurden acht Zielgruppen. Aufgrund dieser Studie wurden die Marketingpläne der Fremdenverkehrsämter in 2002/03 umgeschrieben und weiter optimiert. Wir haben nachfolgend einige Ergebnisse und Handlungsempfehlungen dieser Studie herausgegriffen. Die gelisteten Faktoren sind auch von all jenen in Erwägung ziehen, die sich im Rahmen des Studiums oder beruflich mit der Gestaltung und Vermittlung von Australien-Reisen beschäftigen.
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Informationen Stand 16.04.10