Ergänzend zu unserem aktuellen Nachrichtenüberblick finden Sie auf dieser Seite noch einige Hintergrundinformation über Wirtschafts-Themen.


Wirtschaftssituation



Kennzahlen

Kennzahl 1996-99 2000-04 2005 2006 2007 2008 2009
Bruttoinlandsprodukt ø + 4,4 % ø + 3,4 % + 2,8 % + 3,1 % + 3,8 % + 3,7% + 1,3 %
Inflation ø + 1,2 % ø + 3,4 % + 2,7 % + 3,3 % + 2,9 % + 3,7 % + 2,1 %
Arbeitslose ø 7,8 % ø + 6,0 % 5,1 % 4,6 % 4,3 % 4,5 % 5,7 %
Quelle: Australian Bureau of Statistics
* = Prognose

Einige Kommentierungen zu den Kennziffern:

  • Wirtschaftswachstum: Unter den OECD-Ländern steht Australien in den letzten Jahren meist mit an der Spitze. Seit 1992 erlebt Australien eine Phase kontinuierlichen Wachstums. Von 1992 bis 2003 hat das Bruttoinlandsprodukt im Schnitt um jährlich rund 3,8 Prozent zugelegt - deutlich mehr als beispielsweise die USA.

    Die erwartete Rezession in Australien werde jedoch gegenüber den Schrumpfungsphasen in den Volkswirtschaften vieler anderer Ländern weniger schwer ausfallen. Positiv zum Tragen komme die Unterstützung durch niedrige Kreditkosten für Hauskäufer und Unternehmen. Zudem sei das Finanzsystem des Landes als gesund zu bezeichnen. Als hilfreich erweise sich weiters eine Abschwächung der Währung und die jüngste Erholung der chinesischen Wirtschaft, heißt es weiter von der Zentralbank.

  • Beschäftigungsquote: Die Zahl an Beschäftigen lag im Februar 2010 bei 10,97 Millionen.
  • Arbeitslosigkeit: Im Verlauf des Jahres 2008 erreichte die Arbeitslosenrate den niedrigsten Stand seit über 30 Jahren - auf 4,5 Prozent. Die Zahl an Beschäftigen ist um 4,4 Prozent auf 9,76 Millionen gestiegen. Die Zahl an Vollzeitarbeitsstellen legte im Vergleich zu 2003 um 19.300 zu, während 24.300 neue Teilzeitstellen geschaffen wurden. Damit wurden die Erwartungen von 20.000 neugeschaffenen Stellen deutlich übertroffen.
  • Leitzinsen: Liegen unter den westlichen Industrieländern vergleichsweise hoch, waren 2008 zwischenzeitlich mal bei 7,25 Prozent wurde dann aber im Zuge der Finanzkrise mehrfach drastisch gesenkt. Im Dezember 2008 lagen sie bei 5,0 Prozent, im März 2010 bei 4,0%.
  • Bruttosozialprodukt pro Kopf: liegt 2008 bei etwa 46.590 US$ - vergleichbar mit Österreich und Großbritannien.

Umfassende Marktanalysen zur Wirtschaft in Australien liefert beispielsweise die
Bundesagentur für Außenwirtschaft


Aktienmarkt



Australier legen ihr Geld zunehmend in Aktien an. Bei den Aktion begann 1991 eine Hausse mit dem Ausgangsstand des All Ordinaries Index 1.200 Punkten. Das Rekordhoch lag bei 6.854 Punkten. Im Oktober 2008 erlitt der Leitindex den stärksten monatlichen Rückgang seit mehr als 20 Jahren. Die Australier hatten im Oktober 2008 eine Aktionärsquote von 55 Prozent. Australische Unternehmen zahlen traditionell aus Steuergründen im Weltvergleich die besten Dividenden.

Eine Übersicht über einige australische Aktien finden Sie auf unserer separaten Seite zur australischen Börse:
Australischer Aktienmarkt


Allgemeine Informationen zur Wirtschaft



Wirtschaftssystem

Das mit einem Überfluss von Rohstoffen gesegnete Land ist Vorbild für den Umbau der Wirtschaft und der Gesellschaft geworden. In Australien ist das Resultat der seit 1983 begonnen Deregulierung und Öffnung zu messen. 2008 wurden etwa 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden durch Rohstoffausfuhren erwirtschaftet.

Die australische Erfolgsstory ist noch von der Labour-Regierung unter Premier Paul Keating in die Wege geleitet und wurde von der der konservativen National-Liberalen Regierung konsequent weitergeführt. Bei der Privatisierung ist Australien, wo früher alles staatlich und gewerkschaftlich organisiert war, heute weiter als Deutschland. Die Marktwirtschaft ist entfesselt worden, aber Regierung und Zentralbank halten das Steuer fest. Die Steuerreform bringt das australische Hochsteuer-System näher an das US-Modell. Das einzigartige (nur mit Singapur zu vergleichende) System privater sozialer Absicherung durch die "Superanuation" (7,5 Prozent Pflichtabgabe in eine Pensionskasse) hat zu einem Sparpool von über 400 Mrd. australische Dollar geführt.

Das Geld schöpften von ca. 2004 bis 2008 auch deutsche Landesbanken, die KfW und Weltbank ab, die auf den australischen Bond-Märkten Kredite aufnehmen. Die Entwicklung des australischen Bondmarktes sieht man als stärkstes Zugpferd bei den Bemühungen ist, Australien zu einem internationalen Finanzzentrum aufzubauen. Der australische Staat, wie der in den USA, baut seine Verschuldung ab. Der Kontrast zum sich nur zögerlich öffnenden Japan, wo immer neue Konjunktur-Ankurbelungsprogramme das Land in einen Schuldensumpf ziehen, könnte nicht grösser sein.

In der Arbeitsproduktivität dürfte Australien die USA überholt haben.

Verbraucherschutz

Australiens Verbraucherschützer haben mindestens genau so viel zu tun wie die Verbraucherschützer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wer wissen will, was die äquivalenten Informationsquellen zu "test" und "K-Tipp" (für Nicht-Schweizer muss man hier wohl erklären, dass K-Tipp einer der auflagenstärksten Publikationen der Schweiz ist) sind, wird bei der ACCC fündig.
ACCC - Australian Consumer and Competition Commission

Folgen der Asien-Krise 97/98

Australien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Asien-Pazifik-Region. Die Folgen der Asien-Krise sind exemplarisch für weitere Krisen, die Australien beeinflussen wie der Irak-Krieg oder die SARS-Krise im ersten Halbjahr 2003 ziehen: Generell ist Australien recht gut in der Bewältigung von Krisen:
  • Hunderte von australischen Unternehmen sahen sich sofort nach Beginn der Asienkrise nach neuen Märkten um. Mit beachtlichem Erfolg: Schon 1998 stiegen die Ausfuhren um 8,4 Prozent an.
  • Die Tourismusbranche mußte einen Einbruch von bis zu 20 % hinnehmen.
  • Qantas stellte sofort unrentable Routen ein und verstärkte das Marketing in Europa und den USA. Sie entging damit dem Schicksal anderer Gesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum, die noch lange tiefrote Zahlen schrieben.
  • Der Rohstoffsektor war mit der Suche nach neuen Abnehmern erfolgreich und fasste in den USA, Europa, Südamerika und den Golfstaaten rasch Fuss. Dabei hat geholfen, dass australische Konzerne im globalen Vergleich sehr effizient produzieren.
  • Die Bauwirtschaft, der Nahrungsmittelsektor und die Landwirtschaft verzeichneten ebenfalls Umsatzeinbußen.
  • Der Bildungssektor, der in Australien überwiegend privat organisiert ist und zu einem der Exportschlager in Asien zählt, rechnete mit Verlusten von umgerechnet rund 115 Mio. Euro.

Arbeitszeiten

Das Australia Institute veröffentlichte Ende 2004 eine Studie wonach die Australier unter den Ländern, die in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zusammengeschlossen sind die längsten Arbeitszeiten haben. Demnach arbeite ein Beschäftigter in Australien im Schnitt 1855 Arbeitsstunden pro Jahr. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 1643 Stunden. Norweger arbeiten 479 Stunden weniger pro Jahr als die Australier. "Die Australier arbeiten härter als die super-effizienten Deutschen, die Amerikaner und sogar die Japaner, die für das Phänomen des Karoshi, also den "Tod durch Überarbeitung", bekannt sind", betonte Institutschef Clive Hamilton. Die Österreicher arbeiteten anno 2003 übrigens 1550 Stunden. Wer bis zu dem Punkt arbeite, wo das Privatleben vernachlässigt werde, verhalte sich "nicht nur wirtschaftlich ineffizient, sondern auch sozial unverantwortlich", betonte Hamilton.
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Lebensqualität

Die Studie "Die Welt 2005" des britischen Economist setzt Australien bei einem Vergleich von 111 Ländern in Punkto Lebensqualität auf Platz sechs. Am besten leben lässt es sich demnach in Irland, weil es ein hohes Bruttoinlandsprodukt, niedrige Arbeitslosigkeit und politische Freiheiten mit traditionellen Werten wie stabile Familienverhältnisse und Leben in der Gemeinschaft am besten verbinde.

Nach Irland folgen die Schweiz und Norwegen. Luxemburg als Land mit dem weltweit hoechsten Pro-Kopf-Einkommen schaffte es nur auf Platz 4. Italien liegt auf dem achten, Spanien auf dem zehnten Rang. Österreich belegt Platz 20. Frankreich liegt auf Rang 25, dahinter Deutschland. Grossbritannien (Platz 29) ist das Schlusslicht der EU-15. Zwar sei dort das Pro-Kopf-Einkommen hoch, aber auch der soziale Rückhalt gering, so die Begründung. Dass Reichtum kein Garant für ein als angenehm empfundenes Leben ist, zeigen die USA. Das Land mit dem zweithöchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt landete nur auf Platz 13. Auch China gelang es trotz wirtschaftlichem Aufschwung nicht zu punkten (Platz 60). Noch schlechter wird Russland bewertet (Platz 105). Schlusslicht der Auswertung ist Zimbabwe (Platz 111).

Um die Lebensqualitaet zu bewerten, orientierte sich der "Economist" vor allem am Pro-Kopf-Einkommen. Allerdings belegen Studien, dass selbst hohe Einkommenzuwächse nicht zu einem deutlich besseren Leben führen. Daher berücksichtigte das britische Magazin auch Faktoren wie Sicherheit, politische Stabilität und die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Auch individuelle Faktoren wie Gesundheit, Scheidungsraten und Arbeitslosigkeit spielten eine Rolle.
Eckdaten zu Australien bei "The Economist"

Lobby

Das Pendant zu den Industrie- und Handelskammern in Deutschland
Australian Chamber of Commerce and Industry (ACCI)


Wirtschaftszweige



Tourismus

Aufgrund seiner Bedeutung für die australische Wirtschaft widmen wir den wirtschaftlichen Aspekten des Tourismus eine eigene Seite.
Tourismus als Wirtschaftsfaktor

Rohstoffindustrie

Der hoch produktive Bergbau im Westen Australiens mit Perth als Metropole benötigt nur 0,8 Prozent der Erwerbstätigen, um seine Exporterfolge zu erzielen. Rund 15 Prozent der weltweit abgebauten Eisenerze und 6,5 Prozent der globalen Steinkohleförderung stammten 2002 aus Australien. Rohstoffe machen den Großteil aller Exporte Australiens aus. Kohle, Eisenerze und andere Ressourcen sind die wichtigsten Exportprodukte.
  • Kohle: Australien hat riesige Kohlevorkommen und ist einer der Hauptexporteure von Kohle. China ist inzwischen in die traditionellen Märkte der Australier eingedrungen: Japan, Korea und Taiwan. Das Land droht Australien als wichtigsten Kohleproduzenten der Welt zu überholen.
  • Bedeutende Rohstoffvorkommen finden sich in Australien auch an Erdöl, Erdgas, Nickel, Zirkon, Eisenerz, Bauxit, Diamanten und Uran.
  • Aluminium, Gold, Eisenerz, Titan und Basismetalle wie Kupfer, Blei und Zink profitieren von einem Wachstum der Weltwirtschaft und können höhere Preise erzielen. Entscheidend sind vor allem die wichtigen Absatzländer in Asien. Werden dort Projekte aufgeschoben oder storniert, hat dies Einfluss auf Australiens Rohstoffexporte.

Bilder einer strikt gewerkschaftlich organisierten Industrie, die sich auf den Rohstoffabbau stützt, wie sie noch in den 80er Jahren gültig waren, sind veraltet. Die Rohstoffindustrie hat rationalisiert: Alte Stahlöfen werden abgeschaltet, unprofitable Kohle-Gruben dichtgemacht - die Entlassungen, die dies zur Folge hatte, wurden durch Abfindungen abgefedert.

Der billige "Aussie-Dollar" erwies sich Ende der 90iger für die Rohstoffindustrie des rohstoffreichen Landes als zusätzlicher Rettungsanker.

"Good governance" wird besonders beim Vergleich zwischen Indonesien und Australien deutlich: Das rohstoffreiche Indonesien hätte eigentlich die gleichen Voraussetzungen wie Australien gehabt, hat aber den Reichtum durch Vetternwirtschaft und Korruption verschleudert.

Landwirtschaft

Sie bildete über Jahrhunderte das Rückgrat der australischen Wirtschaft, hat aber in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung verloren. Im Landesinneren befinden sich die meisten Rinderfarmen, südwestlich in Viktoria Weinanbau und Landwirtschaft. Die Erntegebiete - besonders begehrt bei den Working Holiday Makers - sind vorwiegend an der Ostküste angesiedelt. Ihren nach wie vor grossen Einfluss auf die Wirtschaft zeigen aussergewöhnliche Naturereignisse. Für das Jahr 2002 wird vermutet, dass als direkte Folge der Dürre etwa 0,7 Prozentpunkte beim Wirtschaftswachstum fehlen. Die Inflationsrate stieg durch höhere Preise für Gemüse, Fleisch und Geflügel.
Informationen zur Basis der australischen Landwirtschaft - den Vegetationszonen (einschl. Infos zu Dürrephasen).

Diensteistung

74 Prozent der Aussies arbeiten im Dienstleistungssektor, die meisten davon in Sydney. Australiens größte Stadt ist Finanz- und Servicemetropole; Melbourne, Ballungszentrum Nummer zwei, traditioneller Standort des produzierenden Gewerbes. Sydney sieht sich gern auch als Geldzentrum des gesamten asiatischen Raums: Viele internationale Banken haben ihren Asien-Hauptsitz nach Sydney gelegt, und auch die großen australischen Finanzdienstleister und Industriekonzerne sind in der Stadt zu Hause.

Bau

Die Baubranche ist ein Beispiel, wie wichtig Australien für die deutsche Industrie geworden ist. Während die Asienkrise die Auftragslage der deutschen Bauindustrie in den Jahren 1997/98 überschattete, mangelt es nicht an Arbeit in Australien: Nicht weniger als 18,7 Prozent des Auftragsvolumen der deutschen Bauindustrie im Ausland (Gesamtwert in 2000 ca. 10,7 Mrd. Euro) kommt aus Australien. Das Auftragsvolumen für die deutschen Baufirmen in Australien betrug in 2000 satte 1,75 Mrd. Euro. Deutsche Investitionen in Australien betrugen anno 2000 etwa 10 Mrd. AUD. In Australien haben sich die deutschen Baufirmen in lokale Unternehmen eingekauft haben und firmieren unter australischen und britischen Namensschildern. Ein Beispiel ist Hochtief, der mit seiner Tochtergesellschaft Leighton in Australien Marktführer ist.

Klassische Industrien

Nicht nur im Rohstoffsektor, sondern auch in der klassischen Industrieproduktion - der Fertigung - sind Fortschritte zu sehen: Die Produktivität in Australien ist durch neue Technologie und besseren Arbeitseinsatz geklettert. Ford Australia hat zwischen 1990 und 1998 die Hälfte der Arbeiter entlassen, aber 6.500 Beschäftigte stellen heute die gleiche Zahl von Autos wie 13.800 Angestellte vorher her. Deregulierung und Öffnungspolitik hat Australien völlig verwandelt.

Neue Industrien

Die Entertainment- und Filmbranche und der Tourismus machen Jobverluste in alten Berufen wett. Australien ist in einigen zukunftsweisenden Nischen-Industrien wie der Biotechnik führend geworden. Kein Land ausserhalb der USA hat das Internet schneller angenommen als Australien.

In der Industrie, besonders in der Computerbranche und Elektronik, fehlt es an Leuten. Aber auch hier gibt es, wie in den USA, einen Ausweg: Australien lässt vorwiegend qualifizierte Einwanderer ins Land.
Informationen zur Einwanderung


Wirtschaftsbeziehungen zwischen Australien und Deutschland



Zwischen 2001 und 2008 stieg nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) der bilaterale Handel zwischen Australien und Deutschland jährlich durchschnittlich um gut zehn Prozent. Die deutschen Direktinvestitionen in Australien beliefen sich 2008 auf knapp zehn Milliarden Euro.

Export nach Australien

Deutsche Exporte nach Australien bestehen vorwiegend aus Maschinen, Ausrüstungsanlagen für den Bergbau und pharmazeutische Güter. Die deutschen Exporte legten 2008 um 14 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zu. Besonders Maschinen und Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile aus Deutschland wurden nachgefragt. In der Rangfolge der deutschen Aussenhandelspartner steht Australien ausfuhrseitig an 33.Stelle, einfuhrseitig nimmt Australien den 44. Platz ein.
Ein Beispiel der Exportförderung: Australien seit 2003 Zielland in das Vermarktungshilfeprogramm des Deutschen Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA). Die Berlin-Sydney Marketing GmbH fungiert als Projektträger.

Import aus Australien

64 Prozent der australischen Exporte gehen nach Fernost. Wichtigster Handelspartner ist Japan mit einem Handelsvolumen von umgerechnet 15,5 Mrd. Euro. Wichtigster Markt für die Australier in Europa ist Großbritannien.

Der Handelsaustausch ist sehr ungleichmäßig: Die deutschen Importe aus dem Land erreichen nur ein Bruchteil der Ausfuhrwerte. Deutschland ist Australiens neuntgrößter Handelspartner und importiert hauptsächlich Bodenschätze wie z.B. Erze sowie Kohle und Torf nach Deutschland.

Deutsche Unternehmen in Australien

Von den anno 2004 etwa 370 deutschen Unternehmen in Australien hatten über 100 ihren Asien-Pazifik-Hauptsitz in Sydney oder Melbourne. Die Bandbreite der deutschen Niederlassungen reicht vom kleinen Mittelständler bis zum multinationalen Konzern. Zu den größten Unternehmen zählen Allianz Australia, BMW, Daimler-Chrysler, Münchner Rück, Robert Bosch und Siemens.

Im Gegensatz zu vielen Ländern Asiens und zu China wird in Australien gut verdient. Australien wird in den Firmenzentralen in der Heimat nicht immer richtig gewürdigt, meinen viele deutsche Manager und die Deutsch-Australische Industrie- und Handelskammer.

Nach deutschen Mitarbeitern müssen die Unternehmen nicht lange suchen. Sie werden von Angeboten aus dem Mutterhaus und Direktbewerbungen überschwemmt: Die Deutsch-Australische Kammer erhält pro Jahr mehr als 600 Anfragen, die sich auf Jobs und Praktika beziehen - Tendenz steigend.

Standortqualität

Australien zählt zu den dereguliertesten Ländern dieser Welt.
  • Die Gründung eines Unternehmens ist in Australien vergleichsweise günstig.
  • In Australien laesst sich durchschittlich innerhalb von zwei Tagen ein Unternehmen gründen
  • Ein gewöhnlicher Vertrag zwischen Geschäftspartnern in Australien vergleichsweise rasch durchsetzen.
  • Die Kosten fuer die Vertragsdurchsetzung betragen in Australien weniger als ein Prozent des Streitwerts
Report "Doing Business 2004" der Weltbank

Bei einem von der Bertelsmann-Stiftung vorgelegten "Internationalen Standort-Ranking" der Industrienationen in 2004 lag Australien auf Platz 3, die Bundesrepublik Deutschland belegte den letzten Platz unter den 21 untersuchten Ländern. Spitzenreiter der Studie war Irland. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die USA und Australien. Im Mittelfeld rangieren unter anderem die Niederlande, Österreich, Grossbritannien, die Schweiz und Japan.
Die Bertelsmann Stiftung legt alle zwei Jahre ein Standort-Ranking vor. Gemessen wird anhand eines so genannten Erfolgsindex die aktuelle Situation des jeweiligen Landes hinsichtlich der beiden Kernbereiche Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum. In einem zweiten Schritt wird ein so genannter Aktivitätsindex ermittelt, der die politischen Massnahmen zur Verbesserung der Situation widerspiegelt. Dieser wird gemessen an Grössen wie Investitionen, Staatsverschuldung oder Abgabenlast.

Lobby

Deutsch-Australische Industrie- und Handelskammer
Alle zwei Jahre wird eine "Australia Germany Business Conference" veranstaltet - abwechselnd in Deutschland und Australien. Organisiert wird diese Konferenz von der Australian German Association und der Deutsch-Australischen Industrie-und Handelskammer. Themen sind meist Deutschland und Australien als Investitionsstandorte, Forschung und Entwicklung sowie Medien und Kommunikation. Gäste sind in der Regel hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft beider Länder.

Politik

Die Aussenminister treffen sich etwa in zweijährlichem Abstand. Vergleichsweise selten sind Besuche des australischen Premiers oder des deutschen Bundeskanzlers bzw. des australischen Generalgouveneurs und des deutschen Bundespräsidenten.


Investieren in Australien



Während die Wirtschaft in Mitteleuropa nicht recht in Schwung kommt, lockt Australien mit vergleichsweise hohen Wachstumsraten und stabilen Eckdaten. Investoren koennen daran teilhaben. Dabei sind allerdings auch die Risiken zu berücksichtigen.

Aktien

Der Leitindex S&P ASX 200 enthält vor allem Finanzwerte (40 Prozent), Rohstoffwerte (20 Prozent) und grosse Konzerne wie das Medienunternehmen News Corp und die Brauerei Foster's. Solange in China und Indien die Wirtschaft boomt sind Rohstoffaktien - wie die von Minen, in denen Eisenerz, Kupfer, Nickel, Aluminium und Kohle gefördert wird - besonders gefragt. Umgekehrt führt ein Einbruch bei den Rohstoffpreisen wie im Herbst 2008 auch zu einer Talfahrt der Aktienkurse. Zu den australischen Aktien, die an europäischen Börsen gehandelt werden, finden Sie auf AUSTRALIEN-INFO.DE eine eigene Übersicht (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).
Australische Aktien an europäischen Börsen

Indexzertifikate

Diese Option könnte für Interessenten in Betracht kommen, die die Konzentration auf eine oder mehrere Aktien scheuen. Es gibt auf den S&P ASX 200-Index bezogene Zertifikate, die zirka 90 Prozent der Marktkapitalisierung australischer Aktien abdecken. Vorteile: In meist sehr engen Geld/Brief-Spannen sind Zertifikate jederzeit während der Börsenzeit handelbar. Da das Investment unbelastet ist durch Managementgebühren, ist das Zertifikat unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnis und der Währungsumrechnung stets das Ebenbild des Index - mit allen Vor- und Nachteilen.

Anleihen auf Australische Dollar

Das Zinsniveau liegt zumeist deutlich höher als im Euro-Raum, der von der Europäischen Zentralbank festgelegt wird. Die verlockende Rendite trägt allerdings das Wechselkursrisiko. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, der kann auch dieses Risiko über den Einsatz entsprechender Währungsoptionsscheine minimieren.

Immobilien

In den vergangenen Jahren stiegen die Preise kräftig. Auch Australien hat eine "Spekulationsblase". Zum australischen Immobilienmarkt finden Sie auf AUSTRALIEN-INFO.DE weitere Informationen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).
Australischer Immobilienmarkt

Trendindikatoren

Der Wirtschaft des fünften Kontinentes profitierte bis zum Beginn der Finanzkrise Mitte 2008 vor allem von seinem Reichtum an Bodenschätzen und der transporttechnisch günstigen Lage zu den Hauptabnehmern: den ebenfalls boomenden Wachstumsregionen in Südostasien, Indien und China. Australisches Eisenerz, Kupfer, Nickel, Aluminium und Kohle erfreuten sich einer grossen Nachfrage.


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Informationen zu Arbeitsmöglichkeiten
Informationen zu Einwanderungsmöglichkeiten


Weiterführende Links



Austrade (e)
Australische Handelsorganisation.

Deutsch-Australische Handelskammer
Ausführliche Site zu den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Australien

Goethe-Institut, Melbourne
u.a. mit dem deutschen Netzwerk in Australien - die "deutschen Beziehungen" werden hier transparent gemacht. Auch über die Präsenz deutscher Industrie in Australien findet sich ein kurzer Abriss.
Ausserdem Querverweise zur Austrian Foreign Trade Office sowie der Swiss Australian Chamber of Commerce and Industry.

 
 
 
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