Ein übergreifendes "tierisches Thema" beschäftigt viele Reisende: Australiens giftige Tiere. Grund genug diesem Thema eine eigene Seite zu widmen. In Australien gibt es Haie und Krokodile und viele der giftigsten Tiere ihrer Art. Mehr als 50 giftige Land- und Seeschlangen, 22 verschiedene Spinnen, die Blauringkrake, das Schnabeltier, Kegelschnecken, sieben Quallenarten sowie etliche giftige Fische und Insekten machen Australien zu einem Kontinent der Giftmischer.
 
Viele Medien leben von der Faszination des "gefährlichen Kontinents". Eine Reihe von TV-Persönlichkeiten wie Rob Bredl oder Steve Irwin stellen in Sendungen wie "Killer Instinct" oder "Crocodile Hunter" die gefährlichen australischen Tiere vor.

Gifte



  • Was ist Gift im allgemeinen? Gift kann ein fester, gasförmiger oder flüssiger Stoff sein. Gerät Gift in den menschlichen Körper, so kann es je nach Dosis zu Schädigungen der Gewebe oder Organe führen. Krankheit und sogar Tod können die Folge sein.
  • Wie misst man Gift? In der Wissenschaft misst man Gift an seiner Tödlichkeit: wie viele Milligramm des vom Tier produzierten Giftes sind nötig, um im Experiment mindestens 50% aller Versuchsmäuse zu töten? Menschen sind allerdings oftmals wesentlich empfindlicher als Mäuse, Kaninchen oder Ratten.
  • Wie stellt man Gegengift her? Das Herstellen von Gegengift ist oftmals trickreich und nicht für jedes Gift gibt es bereits ein Gegengift. Gegengift wird von anderen Tieren (z.B. Pferden oder Kaninchen) produziert, indem man ihnen kleine Dosen des Giftes injiziert. Sie produzieren in ihrem Körper dann die Abwehrstoffe, das sog. Gegengift. Der Mensch gewinnt dieses dann wieder, indem er dem Tier einfach Blut abnimmt. Dies kann erst nach einer gewissen Zeit passieren. Zunächst muss den Tieren eine langsam gesteigerte Menge an Gift injiziert werden, erst dann baut ihr Körper genügend Antikörper auf. Diese werden mit dem Blut abgenommen, gereinigt und in eine nutzbare Form gebracht. Für die Tiere, die das Gegengift produzieren, ist dieser Prozess relativ stressfrei.

Erste Hilfe



Erste Hilfe bei Schlangenbissen und bei vielen anderen Gifttieren. Die Grundregeln bei Schlangenbissen oder bei einem Biss der Trichternetzspinne sind:
  • Ruhe bewahren und das Opfer ruhig stellen
  • Keinesfalls Methoden wie Aufschneiden, Aussaugen mit dem Mund oder Ausbrennen der Biss-Stelle versuchen. (Die Giftaufnahme könnte sonst sogar beshleunigt und intensiviert werden) Auch nicht die Wunde reinigen.
  • Anlegen einer festen Bandage: Ist das Opfer zum Beispiel in den Arm gebissen worden (zu 95 % sind Arme oder Beine betroffen, wo die Methode auch anwendbar ist), dann wird von der Biss-Stelle bis zum Ende des Armes mit einer elastischen Binde bandagiert - nicht abgebunden!
  • Ein fester Stock zum Beispiel kann mit eingewickelt werden, um das Gliedmaß ruhig zu stellen. Damit wird das Wandern des Giftes in den Blutkreislauf verzögert oder sogar verhindert. Man erkauft dem Patienten quasi extra Zeit.
  • Viel Trinken, um den Kreislauf zu stabilisieren.
  • "Spurensicherung": Wichtig für die anschließende Behandlung im Krankenhaus ist zu wissen, welches Gift das Opfer in seinem Körper hat. Normalerweise befindet sich an der Bisswunde genug Gift für eine Bestimmung. Trotzdem hilft es, das Tier genau beschreiben zu können und falls es bereits tot ist, auf jeden Fall mit ins Krankenhaus zu bringen. Noch besser: Digitalfotos machen - die meisten Mobiltelefone haben heute ja zumindest eine einfache Kamerafunktion.

Schlangen



Taipan
Die Furcht vor Schlangenbissen zählt zu den größten Befürchtungen insbesondere von Reisenden, die noch nie nach Australien gereist sind. Tatsache ist: Meistens sieht man als Besucher Schlangen vorwiegend tot am Straßenrand. Schlangen verschwinden meist schon, wenn man nur auf etwa zehn Meter herankommt. Übrigens: Die grössere Würgeschlangen sind ungiftig. Im Vergleich zu anderen Risiken auf einer Reise wird dieses Risiko enorm überbewertet. Australien ist das Zuhause von 21 der 25 Spinnen mit dem tödlichsten Gift weltweit. In Australien lebt als gefährlichste Giftschlange der Taipan, dessen Gift bereits in kleinsten Mengen hochwirksam ist und gefährlicher als das der australischen Tigerotter ist.
 
Schlangenbisse bei Menschen sind zwar in Australien nicht an der Tagesordnung, doch war das Maximum, das bisher pro Jahr erreicht wurde, immerhin 3000 Fälle. Bei den meisten Schlangen wird beim ersten Biss oftmals kein Gift injiziert wird ("dry bite"). Nur etwa ein Prozent dieser Fälle müssen mit Gegengift behandelt werden, dass es für die meisten Schlangenbisse gibt. Seitdem es diese Gegengifte gibt, werden pro Jahr nur ein bis zwei Todesfälle registriert.
 
Die gefährlichste Schlange ist der Inlandtaipan, der im heißen Outback lebt. Der Inlandtaipan hat das tödlichste Schlangengift überhaupt. Während bei anderen Schlangen beim ersten Biss oftmals kein Gift injiziert wird ("dry bite"), ist der Biss des Taipans fast immer mit dem tödlichen Gift versehen.
 
Schlangenbisse können zu jeder Jahreszeit auftreten, doch in den wärmeren Monaten ist die Gefahr wesentlich höher. Und auch wenn es auf dem Land deutlich mehr Schlangen als in der Stadt gibt, so dürfen sich Stadtbewohner keinesfalls zu sicher fühlen. In der australischen Stadt Adelaide zum Beispiel werden jedes Jahr hunderte von giftigen Schlangen aus Häusern geholt. Schlangenfänger ist deshalb ein gut etablierter Beruf.
 
Schlangen fliehen in der Regel vor herannahenden Menschen. Gefährlich kann es werden, wenn Kinder oder "Schatzsucher" Giftschlangen in ihrem Versteck aufspüren oder barfuss versehentlich auf sie treten.

Wie kann man sich schützen?

  • Vor Beginn einer Wanderung bei Ranger oder örtlichem Verkehrsbüro über lokale Schlangen-Population informieren.
  • Bei Wanderungen festes Schuhwerk und lange Hosen tragen.
  • Moskitonetze können das Eindringen von Schlangen in Schlafstätten verhindern.
  • Beim Gehen sollte man fest auftreten, da Schlagen vibrationsempfindlich sind und bei den Erschütterungen des Bodens fliehen.
  • Bei Begegnungen mit Schlangen keine raschen Bewegungen machen, das reizt eine Schlange zum Biss.
    Schlangen sind stets schneller als der Mensch, daher nicht versuchen, sie mit Stöcken o.ä. angreifen zu wollen. Vorsicht vor allem in nicht einsehbarem Gelände, dunklen Felsspalten, Steinhaufen u.ä.. Auf dunklen Wegen sollten Taschenlampen die Trittspur ausleuchten.

Außer den Landschlangen gibt es noch rund 50 bekannte Arten von Seeschlangen. Nicht alle sind für den Menschen gefährlich, doch alle besitzen Giftdrüsen und Fangzähne. Die Mär, dass Seeschlangen einen Menschen aufgrund ihrer Maulform nur am Ohrläppchen oder zwischen den Fingern beißen könnten, ist nicht richtig. Seeschlangen sind jedoch nicht aggressiv, sondern höchstens neugierig. Zubeißen tun sie selten. Vorfälle passieren, wenn sich eine Schlange zum Beispiel in einem Fischernetz verfängt und sie sich bedroht fühlt. Kommt es zu einem Biss, so ist höchste Eile geboten, denn die Tiere sind extrem giftig!

Haie



Im nördlichen Australien, außerhalb der Riffzone, eher selten vorkommend. Laut Statistik stirbt jährlich ein Mensch in Australien an einem Haiangriff. Rein statistisch ist es also wahrscheinlicher zum Beispiel am Strand von einer Kokosnus erschlagen zu werden. Strände sind teilweise durch Hai-Netze gesichert. Für die Reiseindustrie ist die Möglichkeit eines Haiangriffes einerseits ein Tabuthema, andererseits verdienen sich ganze Touri-Kitsch-Läden mit Hai-Schock-Souvenirs eine goldene Nase.
 
Grosse Weisshaie (Carcharodon carhcarias) sind meist die Angreifer. Sie können bis zu sieben Meter lang werden und in kühlen Gewässern leben. Weltweit existieren rund 400 Arten, doch nur drei davon gelten als extrem gefährlich: Weißer Hai, Stierhai und Tigerhai. Der Angriff auf einen Menschen resultiert nach Informationen von Forschern meist in einer Verwechslung - eigentlich suchen die Haie nach ihrer üblichen Beute: Seehunde.
 
Die großen und gefährlichen Haie wie der Weisse Hai können bis zu sechs Meter lang werden und über 3000 Kilo wiegen. Haie können zwischen 15 und 25 Jahre alt werden, wobei sich ihr Gebiss immer wieder erneuert. Viele Haie scheinen keine besonderen Feinschmecker zu sein. In einem Hai, der in der Nähe von Sydney gefangen wurde, hat man zum Beispiel acht Hammelbeine, einen halben Schinken, das hintere Viertel eines Hundes, 135 Kilo Pferdefleisch, ein Schiffsteil und ein Stück Sackleinen gefunden.
 
"Das Beste ist es wahrscheinlich, wenn man die Gegend kennt, wo man tauchen geht, vielleicht spricht man mit den Einheimischen zuvor. Ich würde nicht spät nachts rausgehen, vor einer Flußmündung oder wo schon früher Haiangriffe waren. Die Chance, von einem Hai gebissen zu werden, ist sehr gering, aber einheimisches Wissen ist immer am Besten," rät Dean Moore, Hai- und Tauchlehrer in einem Aquarium im Badeort Manly bei Sydney. In nächster Nähe zu Haien heißt es stets Ruhe bewahren. Sollte eines der Tiere aggressiv reagieren, gilt es, sein Angriffsmuster zu unterbrechen: ein Schlag auf die Nase, eine schnelle Bewegung oder Luftblasen können lebensrettend sein.
 
Geschichten über Hai-Angriffe finden auch regelmässigen Eingang in die deutschen Nachrichten - so finden sich auch im Newsletter von AUSTRALIEN-INFO.DE zahlreiche Artikel zu Haiangriffen.
Eine Übersichtskarte des Florida Museum of Natural History zu bestätigten Hai-Attacken auf Menschen in Australien, die nicht durch Provokation ausgelöst wurden - nicht immer auf dem letzten Stand aber durchaus aussagekräftig.

Florida Museum of Natural History: Statistik Hai-Angriffe in Australien


Quallen



Würfelqualle
Würfelquallen (Seewespen) sind während der Sommermonate November bis April vor den Küsten Nordaustraliens anzutreffen. Im Durchschnitt sterben allein in Australien 20 Menschen jährlich an Quallenangriffen. Strände sind teilweise durch Quallennetze gesichert.

Noch effektiver ist die Verwendung eines Quallen-Schutzanzuges ("Stinger Suit"). Das ist ein meist einteiliger Badeanzug mit langen Ärmeln und Beinen, bisweilen auch mit angesetzten Füßlingen und Kapuze. An australischen Badestränden können solche Anzüge teilweise auch ausgeliehen werden.

Wikipedia (DE): Quallenschutzanzug
 
Rund 60 bis zu zwei Meter lange, relativ durchsichtige Tentakel wachsen aus dem glockenähnlichen Körper der Seewespe hervor. Berührt einen auch nur einer dieser Tentakel, so müssen die Schmerzen unvorstellbar sein. Je mehr Körperstellen betroffen sind, umso geringer sind die Überlebenschancen des Opfers. Als erste Hilfemaßnahme wird empfohlen, Essig auf die Wunden zu gießen und den Patienten dann so schnell als möglich ins Krankenhaus zu bringen. Im Ernstfall so schnell wie möglich, aber möglichst ruhig an Land schwimmen. Der Biss kann Krämpfe verursachen, die zum Ertrinken führen.
 
Im März 2003 wurde beispielsweise ein siebenjähriger Junge in der Region Cairns durch den Kontakt mit einer Würfelqualle getötet.

Detailinformation des Gesundheitsministeriums in Queensland
James Cook University: Tropical Australian Stinger Research Unit
Neben der Würfelqualle ist im Pazifik auch noch die Portugiesische Galeere und die Kompassqualle vertreten. Bei Kontakt mit allen vorgenannten giftigen Quallen sofort einen Arzt aufsuchen! Quallen sind aber nicht die einzigen gefährlichen Meeresbewohner Australiens. Die wunderschöne Blauringkrake besitzt ein ebenso tödliches Gift wie der imposante Rotfeuerfisch, der unauffällige Steinfisch oder die hübschen Kegelschnecken, die in den warmen Gewässern im Nordosten Australiens vorkommen.


Krokodile



6. Februar 2006: Krokodil fällt Auto im Northern Territory an
Diese grossen Echsen hauptsächlich in Flußdeltas und Seen im Norden. Gefährlich ist das breitschnäuzige Salzwasser-/Leistenkrokodil, das schmalschnäuziges Süßwasserkrokodil ist eher scheu. Viele Krokodile sind groß genug, um Tiere wie Kühe, Pferde oder Wasserbüffel töten zu können. Das bedeutet natürlich, dass auch der Mensch nicht vor ihnen sicher ist. In Australien gibt es immer wieder Übergriffe auf Menschen, doch meist sind die Betroffenen auch extrem unvorsichtig - beispielsweise spielende Kinder oder unter Alkoholeinfluß stehende Jugendliche - so auch im April 2009 am Fluss DalyR iver als ein alkoholisierter 20jähriger durch ein Krokodil-Habitat am Daly River schwamm - mit tödlichen Folgen.
 
Fazit: Schwimmen oder Kanufahren in Wasserlöchern, Flussmündungen oder im Meer kann im Norden Australiens tödlich enden. Krokodile ziehen ihre Opfer unter Wasser und ertränken sie mit der sogenannten Todesrolle. Sie fressen immer nur einen Teil ihres Fangs und lagern den Rest für einen späteren Zeitpunkt.
 
Tipps: Warnschilder beachten, Vorsicht bei Kanu- und Flußfahrten. Immer vier bis fünf Meter ins Umfeld gucken, nicht am Wasser zelten, nachts vorsichtig in Wassernähe, keine Essensreste liegen lassen, Fische ausnehmen usw.

Im Kakadu Nationalpark kam eine deutsche Touristin bei einem Unfall mit einem Krokodil ums Leben - auch durch eigenen Leichtsinn...
 
Krokodile können bis zu sieben Meter lang werden und über 1000 Kilo wiegen. Die Temperatur, bei der die Krokodilseier ausgebrütet werden, entscheidet über das Geschlecht der kleinen Krokodile. Mit ihren Jungen gehen Krokodile übrigens sehr zärtlich um. Sie werden von ihrer Mutter für jeden Transport extrem vorsichtig zwischen die großen Zähne genommen und Mama Krokodil läßt ihre Schützlinge nicht aus den Augen, bis sie nicht für sich selbst sorgen können.

Schnabeltiere



Als Australien vor über 200 Jahren von den Engländern entdeckt wurde, hatten die ersten Siedler ein Exemplar dieses bis dahin unbekannten Tieres zurück in die Heimat geschickt. Die Wissenschaftler zu Hause hatten es jedoch zunächst für einen Betrug gehalten. Sie nahmen an, dass man einfach einen Entenschnabel an einem anderen Tier befestigt hatte. Doch sein ungewöhnliches Aussehen ist nicht das einzige außergewöhnliche Merkmal des Schnabeltieres. Zusammen mit dem australischen Langnasenigel ist es auch das einzige eierlegende Säugetier. Dies zeichnet das Weibchen aus - doch das Männchen verbirgt hinter seinem putzigen Aussehen gefährliches Potential: seine Hinterfüße besitzen einen hohlen Sporn, der in eine Giftdrüse mündet. Mit diesem Giftstachel ist nicht zu spaßen.

Tom Grant ist ein Schnabeltier-Forscher in Sydney und ist bei seiner Arbeit selbst schon gestochen worden. Er sagt: "Der Schmerz ist extrem. Es wird einem furchtbar schlecht und diese Übelkeit kann für Tage, Wochen oder sogar Monate anhalten. Nur wenige Medikamente helfen einem wirklich und ein Gegengift gibt es noch nicht." Warum dieses so friedlich aussehende Tier überhaupt mit einem so gefährlichen Giftstachel ausgerüstet ist, ist Wissenschaftlern wie Tom bis heute ein Rätsel. Denn das Schnabeltier nutzt sein Gift keineswegs zur Beutejagd. Hauptsächlich kommt es in Kämpfen gegen andere Männchen zum Einsatz.

Spinnen



Sydney Funnel Web Spider
Die gefürchteste und auch alltäglichste Gefahr Australiens ist die Funnelweb- bzw. Trichternetz-Spinne. Sie kann in jedem Vorgarten und in jeder Garage wohnen. Die relativ kleine Giftspinne (25-30 mm groß) kann nicht nur Tiere bis zur Größe von Hausmäusen überwältigen, ihr Gift greift beim Biss auch das Nervensystem des Menschen an und führt letztendlich sogar zum Tod. Ihr Verbreitungsgebiet ist die am dichtesten besiedelte Gegend Australiens: die gesamte Region um Sydney und noch bis 160 Kilometer ins Hinterland. Jährlich werden zwischen sechs bis zwölf Menschen von Funnelwebs gebissen und noch vor der Einführung von Seren hat kaum ein Mensch überlebt. Besonders gefährlich ist die männliche Spinne - ihr Gift ist sechs Mal stärker als das des Weibchens.
 
Im australischen Reptilienpark bei Sydney werden deshalb nur die Männchen für ihr Gift gemolken. "Wenn ich die Spinnen melke, dann provoziere ich sie vorsichtig mit einer Pinzette, so dass sie sich in eine Hab-Acht-Stellung begeben. Und wenn sie sich so aufstellen, dann produzieren sie neun von zehn Mal Gift. Diese Gifttropfen hängen an den Enden ihrer Beißzähne und ich sauge sie mit einer Pipette auf," erklärt die Spinnenexpertin Jackie Adams-Maher. Das gesammelte Gift wird im Anschluss in ein Labor nach Melbourne geschickt, wo dann das lebensrettende Gegengift hergestellt wird.
 
In freier Natur bauen die Spinnen röhren- oder trichterförmige Netze in Spalten oder Löchern in Bodennähe. In dunkler, kühler und feuchter Umgebung fühlen sie sich wohl und nur einmal pro Woche brauchen sie etwas zu fressen. (zum Beispiel Grillen oder andere Insekten). Sobald man die Spinne im Haus oder Garten hat, ist ihr nur schwer Herr zu werden: Gift hilft nicht wirklich, denn die Eier der Spinne überleben und so wird man dann auf die Schnelle mal mit 100 Spinnenbabies konfrontiert. Wichtig ist, ihre Nester Wärme und Licht auszusetzen und nach dem Besuch des Kammerjägers regelmäßig zu saugen - um möglichst alle Spinneneier zu erwischen!

Fledermäuse



Die Tiere können nach den Erkenntnissen des Robert Koch-Instituts das Nipah-Virus übertragen, das zu Fieber, Kopfschmerzen und Orientierungslosigkeit führt und in schlimmen Fällen sogar zum Tod. In Australien ist der - zu den Paramyxoviren gehörende - Erreger seit 1994 bekannt, vier Menschen starben bislang an einer solchen Infektion. Im australischen Bundesstaates Queensland, berichtete die Fachzeitschrift "New Scientist", seien den Gesundheitsbehörden zwischen Juli 1996 und April 1998 110 Attacken von Fledermäusen auf Menschen bekannt geworden.

Moskitos



In den Regenmonaten (insbesondere Februar / März) besteht in Queensland im Gebiet von Cairns, sowie auf den Inseln entlang der Torres-Strait ein erhöhtes Übertragungsrisiko von Dengue-Fieber. Die Erkrankung wird durch Mücken übertragen. Auch andere durch Mücken übertragbare Erkrankungen treten v.a. im Süden (New South Wales, Tasmanien) und auf den Inseln der Torresstrasse auf. Sorgfältige Mückenschutzmassnahmen sind empfehlenswert. Lästig können im Sommer Abenddämmerungsphasen sein.

Literaturtipps



Gefährliches Australien: Giftiges und Bissiges auf dem fünften Kontinent

aus Deutschland
Die Journalistin Barbara Barkhausen hat mit dem Buch "Gefährliches Australien" ein sowohl kenntnisreiches wie auch sehr unterhaltsam zu lesendes Werk auf den Markt gebracht, dass eine echte Marktlücke füllt. So beschäftigen sich zwar viele Werke über die Fauna Australiens oder auch Reiseführer mit der giftigen und bissigen Tierwelt des fünften Kontinentes, doch bis dato gab es kein Buch, in dem man nicht neben diversen Warnhinweisen auch einiges Überraschende über die Giftstoffe selbst erfahren konnte.

Barkhausen verzichtet darauf eine kleine Fauna-Horrorschau zu machen. Das Buch zeigt zwar wie Verletzungen durch Bisse von Schlangen und Haien aussehen, ist aber alles andere als ein Gruselkabinett. Down Under ist ein Paradies für Krokodile, Spinnen, Haie, Giftschlangen, Quallen und Schnecken. Nichts scheint sich besser als Australien-Mitteilung in deutschen Medien zu verkaufen als eine Nachricht über Unfälle mit diesen Tieren. Fast jeder Haiangriff schafft es bis in die bunten Seiten der Tagespresse und der Online-Magazine. Barkhausen bleibt da bei den Fakten und startet das Buch nach einer erfreulich kurz gehaltenen Einleitung mit einem Kapitel über Gift und Gegengift in dem man gleich mal dafür sensibilisiert wird, dass auch die Gifte etwas Gutes haben können. Im dritten Kapitel stellt Barkhausen den Spinnenexperten Joel Shakespeare vor - ein Spinnenmelker. Weitere Exkurse in nachfolgenden Kapitel widmen sich Peter Mirtschin, dem Besitzer einer Schlangenfarm in Südaustralien, Craig Adams, der im Australian Reptile Park arbeitet und weiteren Wissenschaftlern die sich mit Tiergiften beschäftigen. Barkhausen stellt auch Rodney Fox vor, der 1963 von einem weiße Hai gebissen wurde und heute in Südaustralien Touristen Haie auf Touren nahe bringt wird.

Wer sich ernsthaft mit Australiens gefährlichen Tieren beschäftigt, ist mit diesem Buch bestens beraten. So erfährt der Leser, dass die meisten Unfälle mit Gifttieren durch Schlangenbisse hervorgerufen werden. Sehr nützlich die Zusammenstellung von Adressen, wo in Australien diese gefährlichen Tiere ohne Risiken beobachtet und erlebt werden können. Das gesamte Buch liest sich spannend und unterhaltsam. Man merkt der sehr sachkundigen Autorin die Begeisterung für das Thema an und der Funke springt unzweifelhaft über. Es ist zuweilen hervorragend bebildert und in einem ansprechend-modernen Layout und hochwertigem Druck umgesetzt worden. Für die Diagonalleser werden informative Häppchen herausgehoben und "Wussten Sie schon"-Boxen dienen als "Durchblätterstopper". Fazit: Sehr zu empfehlen.

Das Buch wurde im Mana Verlag veröffentlicht - ein kleiner, sehr spezialisierter Verlag, der überraschend hochwertige Publikationen für die Zielgebiete Australien und Neuseeland veröffentlicht.
Mana Verlag

Steve Parish: Fact File - Australia's Deadly and Dangerous

aus Australien
Steve Parish: Fact File - Australia's Deadly and Dangerous Eigentlich primär für australische Schulkinder produziert sind die Fact Files von Steve Parish auch für Reisende hochinteressant. Namhafte Autoren fassen hier den aktuellen wissensstand zusammen. So ist das Gift des Taipans also enorm tödlich - Todesfälle sind aber gar keine bekannt. Schon weitaus relevanter ist die Gefahr durch die Würfelquallen: Hier sind in Australien bis 2007 60 Personen ums Leben gekommen. Wer nach einem klaren Profil des Tieres, die wirklichen Unfallzahlen und Daten über die Effekte des Giftes sucht sowie was zu tun ist im Fall eines Falles sowie wie man Attacken vermeidet - dieses 50seitige Fact File vermittelt erstklassige Infos.

Danke




 
Anmerkung der Redaktion: Für zusätzliche Hintergrundinformationen zur Erweiterung dieser Themenseite bedanken wir uns bei der renommierten Autorin Barbara Barkhausen. Von ihr stammen u.a. die Berichte über das Schnabeltier, die Definition von Gift und die Tipps für Erste Hilfe.

 
 
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