Lohnt sich Australien als Reiseziel? Wer zuerst mal Appetit bekommen will - oder wenn Sie jemanden zum Mitreisen animieren möchten sind das ideale Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke. Begeisternde Bilder oder Lesestoff, der das Fernweh weckt.

Die Auswahl erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Aufgrund der häufigen Änderungen können wir für die nachfolgenden Angaben leider keine Gewähr übernehmen. Bitte teilen Sie mit, wenn Sie Verbesserungs- und Ergänzungsvorschläge haben. Vielen Dank.


Reiseliteratur für Einsteiger



GEO Special Australien

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [diverse Autoren]
Kennen Sie jemand in Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis, den Sie für Australien begeistern wollen - und das möglichst ohne platte Klischees? Dann empfehlen wir wärmstens und besten Gewissens die Ausgabe von GEO Special zu Australien. Die jüngste Ausgabe kam Anfang im Dezember 2013 in den Handel.
Auf gewohnt sehr hohem Niveau bewegen sich Layout sowie Bild- und Textauswahl. Anspruchsvolle Unterhaltung mit hohem Nutz- und Vorfreudewert. GEO ist es damit - wieder einmal - gelungen die Messlatte für journalistische Qualität in der Australien-Berichterstattung weit nach oben zu legen. Tipp: Teile Fotokopieren und Tipps herausstreichen. Das Heft ist zu schade für den australischen Wüstenstaub.... Fazit vorweg: Ein hervorragend gemachtes Heft, das sich vor und nach einer Australien-Reise bestens als Leseurlaub eignet.
Die Themen der 2013er-Ausgabe im Einzelnen:
  • Bildessay: "Alles im Wunderland" Australiens spektakulärste Landschaften im Großformat. Fotokünstler Christian Fletcher zeigt die Extreme seiner Heimat
  • "Die Strand-Nation" Bestseller-Autor Tim Winton über das, was die Nation zusammenhält. Außerdem eine Auswahl der schönsten Strände.
  • "Die treibende Kraft" - Über Jillaroos, die weiblichen Cowboys - ein Besuch auf der Farm von Victoria Downs
  • "Hochgefühl für Urbanisten" - Updates zu Sydney, Melbourne, Perth - Tipps für Restaurants, Cafes und Bars sowie Kunst und Kultur
  • "Achtung Zerbrechlich!" Great Barrier Reef: Zum Strand der Forschung über Gefahr und Schutz des blauen Naturwunders, dem touristischen Highlight und der Herberge für mehr als 17.000 Tiere
  • "Der tasmanische Teufel": Das Mona ist eines der ungewöhnlichsten Ausstellungshäuser der Welt. Noch ungewöhnlicher ist allerdings sein Gründer und Besitzer: David Walsh.
  • "Zehn aus unendlich" Wanderungen: Die zehn besten Tageswanderungen in Australien
  • "Die Gebeutelten": Zu Besuch bei Koalas und ihren Rettern
Es dürfte wohl kaum jemand geben, der nach der Lektüre eines GEO Specials keinen "Appetit" auf Australien bekommen hat.
GEO Special Australien - klassisch als Printmagazin
GEO Special Australien als App im Apple App Store
Abonnenten von GEO Special erhalten die Australien-Ausgabe kostenlos auf ihr iPad
 

GEO Special Australien 2005

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [diverse Autoren]

Frühere Ausgaben von GEO Special - wer sie antiquarisch erhalten kann: auch diese Hefte lohnen die Lektüre

August 2005

  • Das Bildessay zum Einsteig hat den "Wow"-Effekt mit Landschaften im Breitwandformat. Es widmet sich klassischer Themen australischer Romane: Licht und Weite - ein Land, das Platz bietet für viele Sehnsüchte.
  • Die immer neue Frage "Wer ist besser" wird in fünf Stadtportraits nachgespürt - Liebeserklärungen ganz unterschiedlicher Art an Sydney, Canberra, Melbourne, Perth und Brisbane.
  • "Water Colour" von Narelle Autio stellt die vielzitierten "Colours of Australia" (die Farben von Australien) ausschliesslich als Farben des Wassers vor. Ein inspirierendes Fotoessay, dass einerseits Lust macht auf eigene Fotoexperimente und andererseits eine klassische Kompetenz der Proudkte aus der GEO-Familie unterstreicht: Eine hochwertige, intelligente Bildsprache.
  • Einem "In-Thema" des letzten Jahres kann sich auch GEO nicht verschliessen: Nach zahlreichen Fernsehredaktionen nimmt sich auch GEO dem Ghan an - jenem Zug, der seit Februar 2004 den Kontinent von Darwin bis Adelaide durchquert.
  • Zwei Elemente australischer Kultur prägen weitere Artikel: Dabei ist es nicht uninteressant zu vergleichen welch internationale Resonanz die Ureinwohner mit ihren Kunstformen finden und welch kompliziertes Regelwerk hinter dem Nationalsport Kricket steht, der ausserhalb des englischen Sprachkreises meist nur mit Kopfschütteln beobachtet wird. Ist die Bildsprache der Aboriginal People letztlich internationaler als die Sprache anglophilen Sports?
  • Mit dem Weitwanderweg Overland Track und dem Aufstieg auf den Mount Ossa wird eines der schönsten Gebiete von Tasmanien porträtiert. Als Kontrapunkt dient dann der Bericht über einen Tauchgang mit Walhaien am Ningaloo Reef.
  • Wie man Hotels mit wunderschönen Aussichten und in jeder Preisklasse reizvoll vorstellt ohne in lobhudelige Kataloglyrik zu verfallen, zeigt eine hervorragend gelungene Fotostrecke, die erfreulicherweise auf die Bildsprache setzt und auf austauschfähige Füllfloskeln verzichtet. GEO hat dafür acht Hotels ausgewählt, die allein für ihre Lage fünf Sterne verdient hätten. Der Text beschränkt sich auf die nötigen Fakten.
  • Das Tagebuch einer sehr sympathischen junge Deutschen während eines Working Holiday Aufenthaltes gibt Einblicke in das "Reisen nach dem Känguru-Prinzip" - ebenfalls sehr lesenswert.
  • Last, but not least wird noch in einem Essay über das Outback erklärt "Wie die Freiheit schmeckt." In White Cliffs teilt man sich mit Ziege, Schwein und Hund den Wohnwagen und schaut Mopedfahren zu die gerade mal vier Jahre alt geworden sind. Man gräbt sich vor der Hitze des Tages oder kalter Winternächte in Höhlen ein und sucht und sucht und sucht ... nach Opale, die vielleicht einmal die ganz grosse Freiheit bieten.
aus dem Jahr 2000

Themen waren darin u.a. "Das Klassentreffen der Outbacker", "Sorge um das Great Barrier Reef", natürlich die Olympiade 2000, "Die Surfkids von Byron Bay", die Aboriginies, eine Expedition ins Kimberley und der Reiz von Sydney. Der herausnehmbare Erlebnisführer bietet einige wenige, dafür aber sehr gut ausgesuchte Beschreibungen für das ganz besondere Aussie-Erlebnis.
 



Das Australien-Buch

aus Deutschland
empfehlenswert [Barbara Barkhausen]

Der Mana Verlag ist Spezialist für Australien und Neuseeland. Das Buch trägt den Untertitel "Alles, was Sie über Down Under wissen müssen". Das ist ein ganz schön hoher Anspruch. Natürlich ist in so einem Werk nicht wirklich alles drin, aber was die renommierte Autorin Barbara Barkhausen an Themen in diesem Buch streift ist schon sehr, sehr umfangreich.

Die in Sydney lebende Autorin weiß bestens worüber sie schreibt. Sie tut das darüber hinaus mit einer Liebe zum Detail, die auch eingefleischte Australien-Fans begeistert und mit neuen Informationen füttert. Wir haben sie ja schon mehrfach in unserem Newsletter als kundige Tippgeberin vorgestellt, ihre Kolumnen in diversen Publikationen sind sowohl informativ wie auch unterhaltsam. Ihr Schreibstil macht immer Lust auf mehr. Dieser Leselust lässt sich nun im Australien-Lesebuch bestens frönen. Dazu kommen noch 350 farbige Bilder, die die Themen entsprechend illustrieren. Das Lesebuch eignet sich für alle, die über die Inhalte von Reiseführern oder Ratgebern mehr über Down Under wissen wollen - sei es weil man überlegt dort zum Reisen und Jobben hinzufliegen, eine Rundreise zu machen oder gar nach Australien auszuwandern.

Barbara Barkhausen beschreibt die Tier- und Pflanzenwelt und Australiens spektakuläre Landschaften. Der Leser erhält einen Eindruck von Australiens Einwanderungsgeschichte: von James Cooks Entdeckung des "geheimen Südlandes", über die Ankunft der ersten Flotte und die lange Geschichte als Sträflingskolonie, bis zu den Abenteurern und Helden des Outbacks. Es berichtet vom Goldrausch Mitte des 19. Jahrhunderts und der Entstehung des modernen Staates Australien. Natürlich wird der Streit zwischen Melbourne und Sydney reflektiert, weshalb letztlich die Hauptstadt Canberra vom Reißbrett entstand. Ein Kapitel ist der Herkunft und Kultur der Ureinwohner gewidmet. Barkhausen porträtiert die Lebensweise und Mythen der Aborigines, erzählt die Geschichte ihrer Verfolgung und Unterdrückung und nennt welche Bemühungen um Versöhnung seitens der weißen australischen Gesellschaft mehr oder minder erfolgreich sind. Einen guten Teil des Buchs nehmen Artikel zur aktuellen Situation in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ein. Die Lebensart, Kultur und Mentalität der Australier ist ein weiterer Schwerpunkt. Barbara Barkhausen hat für das Buch eine Reihe deutscher Einwanderer porträtiert.



Geliebtes Australien: Eine kritisch-humorvolle Liebeserklärung an das Land der Träume

aus Deutschland
empfehlenswert [Barbara Barkhausen]

Eigentlich wollte Barbara Barkhausen mit ihrem Ehemann Michael nur für ein Jahr nach Australien. Wie sich aus einem Flirt mit Australien die Liebe zur neuen Heimat entwickelte erzählt sie in diesem Buch auf sehr persönliche Weise. Wer sich bei den diversen Dokusoaps der Privatsender über Auswanderer über deren Oberflächlichkeit ärgert, findet hier einen authentischen Bericht aus dem wahren Leben. Die Autorin schildert ihren Alltag als Korrespondentin zahlreicher europäischer Medien anschaulich mit zahlreichen Anekdoten. Das „Ich holte die Tageszeitung, die der Zeitungsjunge gekonnt unter den dichten Nadelbaum an unserem Haus geworfen hatte, und fuhr meinen Laptop hoch“). Man bleibt beim Lesen stets neugierig auf die nächste Anekdote.

Barbara Barkhausen vermittelt keine naiv-romantisch verklärte Vorstellung von dem Land das als Traumziel vieler aus dem deutschsprachigen Raum gilt. Ihre Beschreibungen aus dem australischen Alltag zeigen vieles was begeistert, aber auch Dinge, an die als Zugewanderte auch nach 12 Jahren noch irritieren. Dazu zählt nicht zuletzt der ambivalente Umgang der Australier mit ihren Ureinwohnern. Sie berichtet von einer Begegnung im Northern Territory: Elf Aborigine-Kinder standen neben ihrem dampfenden Kleinwagen am Straßenrand im Outback. Erst wollten sie alle bei Barbaras Filmteam im Auto bis Alice Springs mitfahren, was natürlich aus Platzgründen nicht ging, dann entscheiden sie, doch lieber auf die nächste Mitfahrgelegenheit zu mit anderen Aborigines zu warten. Barbara macht sich noch lange nach der Begegnung Gedanken, ob die Kids immer noch am Straßenrand stehen und auf Rettung warten, während ihr Kameramann meint, „irgendwelche Verwandten werden in den nächsten Stunden vorbeikommen und sie aufsammeln.“

Informativ ist das Taschenbuch für Leute, die vorübergehend oder für immer nach Australien auswandern möchten. Barbara Barkhausen schildert Formalitäten, Aspekte der Wohnungssuche, des Arbeitslebens und des Alltags und warnt, dass der Kulturschock für die meisten „Neuen“ größer ist als erwartet. Auch für alle, die schon auf dem Fünften Kontinent gereist sind oder eine Reise dorthin planen, ist „Geliebtes Australien“ eine bereichernde Lektüre, schaut man doch gemeinsam mit der Autorin hinter die Kulissen des Landes.



Best of Australien - 66 Highlights

aus Deutschland
empfehlenswert [Christian Dose / Ingo Öland]

In Australien erwartet Urlauber die Qual der Wahl. Wer zum ersten Mal nach Down Under reist wird in den meisten Fällen den Uluru (Ayers Rock), die Oper in Sydney und das Great Barrier Reef sehen wollen. Relativ beliebte Ziele sind auch die Zwölf Apostel an der Great Ocean Road, Kangaroo Island mit seiner vielfältigen Tierwelt und Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt. Der fünfte Kontinent bietet noch viele weitere lohnenswerte Reiseziele. Vor einigen Jahren stellte Tourism Australia im Zuge der Kampagne gleich rund 29.000 Reiseideen zusammen.

In diesem Buch haben Ingo Öland und Christian Dose, zwei ausgewiesene Australien-Kenner, eine Auswahl von 66 besonders lohnenswerten Zielen getroffen und stellen sie auf 140 Seiten vor. Der Naturfotograf Ingo Öland bebildert seit vielen Jahren die Seiten mit Tourtipps in Australien-Info.de. Für dieses Buch hat er 180 besonders attraktive Motive ausgewählt. Cristian Dose, Autor im Magazin 360° Australien, liefert die kenntnisreichen Erläuterungstexte mit konkreten Tipps zur Reiseplanung.

Das Buch eignet sich ideal für die erste Vorauswahl von Zielen die bei der Vorbereitung einer eigenen Reise nach Australien weit oben stehen sollen. Neben Landschaften, Tieren und Pflanzen kommen auch die Australier selbst und ihre Kultur nicht zu kurz. Insbesondere die Kultur der australischen Ureinwohner in ihren unterschiedlichen Ausprägungen zählt natürlich auch zu den 66 Höhepunkten.



DUMONT Bildatlas - Australiens Osten

aus Deutschland
empfehlenswert [Foto: Toma Babovic]
Der DUMONT Bildatlas ist nun mittlerweile auch schon ein Jahrzehnte lang vertrautes Medium. Kein Wunder: Ist das Produkt doch irgendwo zwischen GEO Special und einem reinen Bildband angesiedelt. Ein paar kurze Infohäppchen, leicht verdaulich und vor allem schöne Bilder. Keine Aufreger, alles irgendwie gefälliger Mainstream. Aber eben auch ein netter Anhaltspunkt, wenn man sich überlegt ob einen die Ansichten des Reisezieles reizen könnten.

Für die Hefte werden Fotografen für Exklusivfotos verpflichtet, das Design ist immer wieder mal modernisiert worden und kommt nun klassisch-modern daher. Jedes Kapitel bietet eine "Nicht versäumen!"-Liste, worin die besten Sehenswürdigkeiten jeder Region kompakt gelistet werden. Zusätzlich gibt es zahlreiche Reisetipps für jeden Geschmack und Ratschläge für Unerkünfte und Restaurants.

Aufgefächert wird die reichhaltige Palette von Australiens Ostküste: Städtische Kultur in Sydney oder Brisbane, die uralten Traditionen der Ureinwohner am Cape York, großartige Landschaften mit Küsten-Regenwäldern und Outback-Steppen, die Korallen- und paradiesische Inselwelt des Riffs. Vorgestellt wird auch die subtropische Insel Lord Howe und die Koalaklinik in Port Macquarie. Die Themen des Bildatlanten:

  • Sydney: Die Perle am Pazifik - Hier werden Trends geboren und gesetzt, hier gibt es urbanes Land pur, Lifestyle, witzige Architektur, Kulturereignisse und Szene-Events. Hier kann man schlemmen und genießen und sich auf der Hafenbrücke ein kribbeliges Abenteuer bescheren: in Sydney, der Power-Stadt.
  • Pacific Highway: Genießen im Garten Gottes - Immer an der Küste lang führt die Reise auf dem Pacific Highway. Im nördlichen New South Wales gibt's eine Menge zu erleben: Besuch bei Delfinen und im Koala-Hospital, eine veritable Bergtour - und den Anblick einer Riesenbanane.
  • Südqueensland: Laissez-Faire an der Lagune - Rund um Brisbane, die gemütliche Hauptstadt Queenslands, lässt es sich lässig leben. Ein Traumstrand nach dem anderen verlockt zum Baden, Surfen oder Segeln. Mal ist es das Flair von Miami Beach, das etwa die Gold Coast ausstrahlt, mal eher das mondäne Ambiente der Côte d'Azur wie an der Sunshine Coast.
  • Mittelqueensland: Wo Robinson relaxen würde - Sei es Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt, seien es die Paradieseilande der Whitsundays - Mittelqueensland besticht mit Perlen inmitten des Pazifik.
  • Outback: Auf der Walz im Nirgendwo - Das Outback ist anders als die Küste - brettebene, endlose Steppe mit hitzeflirrendem Horizont. Hier gedeihen schrullige Legenden, hier leben schräge Typen.
  • Far North Queensland: Tropentraum am Tafelland - Hoch oben im Norden gibt sich die Natur verschwenderisch. Im dichten Tropendschungel gedeihen seltene Tier- und Pflanzenarten - und gleich um die Ecke lockt das Great Barrier Reef mit einer kunterbunten Unterwasserwelt.
  • Red Centre: Wenn der Fels in Flammen steht - Wer einmal die Farbenpracht des Red Centre erlebt hat, den lässt dieser Eindruck nie wieder los - ob beim Sonnenuntergang am Uluru oder beim Sonnenaufgang an den Kata Tjuta, ob beim Morgenerwachen über den Macdonnell Ranges oder beim Anbruch der Dämmerung an den "Devil Marbles", den "Murmeln des Teufels".
(113 Seiten mit Übersichtskarte und Autokarten, rund 200 Farbfotos)


DUMONT Bildatlas - Australien - Westen · Süden · Tasmanien

aus Deutschland
empfehlenswert [Foto: Claus Emmler, Text: Bruni Gebauer und Stefan Huy]
Dieser Bildatlas ist quasi die korrespondiere Ausgabe zu der, die sich primär mit dem Osten und Norden des Landes beschäftigt. Auf der Titelseite findet sich Australiens zweites Icon: ein Känguruh.
Das Autorenpaar Bruni Gebauer und Stefan Huy bereist seit vielen Jahren Australien und hat ereits zahlreiche Reiseführer publiziert.
Der Münchner Autor Wolfgang Veit bürgt für Australien-Konw-How, schlesslich publiziert er bereits seit Jahren über Down Under.
In sechs Kapiteln werden die Kontraste der australischen Regionen vorgestellt: von den historischen Lagerhäusern in Hobart auf Tasmanien bis zum Kakadu Nationalpark im äußersten Norden. Von den Surfstränden im Südosten bis zur herrlichen Unterwasserwelt am Ningaloo Reef weit im Westen. In den Stadtansichten werden Melbourne, Adelaide und Perth porträtiert.
Die Themen des Bildatlanten:
  • Die Bilderserie um Einstieg zeigt Impressionen aus dem Westen Australiens.
  • Victoria: Das multikulturelle Melbourne, eine Fahrt über die Great Ocean Road: Wind und Wellen nagen unablässig an den Kalksteinfelsen der "Twelve Apostles" im Port Campbell National Park. Vom Land aus ein Bild wie eine gelungene Foto-Tapete, aus der Vogelperspektive ein atemberaubendes 3-D-Kino. Ein Naturparadies mit einsamen Wanderrouten zwischen über 1000 m hohen Gipfeln ist der Grampians National Park. Äußerlich wie innerlich macht das Melbourne Museum Eindruck. Vor allem die Bunjilaka Gallery, die von den Aborigines der Region mitgestaltet wurde. Im IMAX Theatre werden 3-D-Filme auf Riesenleinwänden gezeigt.
  • Canberra wird mit seiner strengen symmetrischen Ausrichtung porträtiert.
  • Tasmanien mit seinen weiten Naturparks, mehr oder weniger anspruchsvollen Wanderungmöglichkeiten und hübschen Hafenorten. Im Naturschutzgebiet Cradle Mountain - Lake St. Clair National Park gipfelt Tasmaniens Bergwelt im Mt. Ossa. Wanderpfade führen hoch hinauf und ermöglichen herrliche Blicke über die Landschaft.
  • South Australia: Südländisches Flair in Adelaide, trockene Weiten im Norden und die Weinanbaugeiete. Dazu ein Artikel über den Stuart Highway. Geschützte Natur pur auf Kangaroo Island. Eine Art Arche Noah, auf der Pflanzen und Tiere sich isoliert vom Festland entwicklen konnten. Allen voran das graue Tamar-Känguru, das in Australien nur hier vorkommt.
  • Northern Territory: Die tropische Großstadt Darwin, das menschenleere Arnhem Land und der Kakadu National Park. Im Roten Ztentrum begeistern die Farbspiele.
  • Der wilde Westen wird als Boomregion vorgestellt. Südlich von Perth lockt Margaret River mit zahllosen Weingütern und herrlichen Surfgebieten, nördlich fressen wilde Delfine bei Monkey Mia aus der Hand. Abgelegen ist die Kimberley-Region. Der Nambung National Park, in dem karge Kalksteinsäulen aus dem Dünensand ragen, ähnelt einem ausgebleichten Nadelkissen. Geradezu feierlich stimmen frühmorgens und bei Sonnenuntergang die Farben- und Schattenspiele. Der Rummel am Ningaloo Reef hält sich meist in Grenzen. Paradiesische Zustände also für Taucher, Schnorchler und andere Wassersportler, selbst für Nichtschwimmer, denen Glasbodenboote Unterwassererlebnisse bescheren.
  • Geschützte Natur pur auf Kangaroo Island. Eine Art Arche Noah, auf der Pflanzen und Tiere sich isoliert vom Festland entwicklen konnten. Allen voran das graue Tamar-Känguru, das in Australien nur hier vorkommt.
  • Im Insider-Interview erzählt der Lehrer William Newman von der School of the Air in Alice Springs, wie er die Kinder auf den weit entfernten Stations des Outbacks mit Hilfe von Internet und E-Mail unterrichtet. Und dass hier draußen Werte wie Freundschaft und Hilfsbereitschaft besonders viel gelten.
  • Ein "Savoir Vivre"-Kapitel widmet sich ausgiebig den vielen Pubs und berichtet dabei über strenge Gesetze und lose Sitten. Fleischeslust ohne Reue gibt's bei kalorienarmen Gerichten aus Känguru, Emu und Krokodil, begleitet von einem der legendären Weine.
(118 Seiten mit Übersichtskarten und Reisekarten, rund 180 Farbfotos) Es gab in dieser Serie bereits schon einnal einen Band zu diesem Gebiet: Der Text war von Klaus Viedebantt. Er schreib u.a. über des Leben der Aboriginal People, Naturwunder, Weinanbau und Strandleben. Porträtiert wurden neben Melbourne auch Adelaide, Perth und Canberra.


Australien

aus Deutschland
empfehlenswert [Polyglott / Apa Verlag]
Ein Klassiker der Reisevorbereitung - jetzt unter dem Dach von Polyglott. Vor allem bekannt für 1a Fotoqualität (und darin nahezu unschlagbar gut - GEO hat hier scharfe Konkurrenz), informative Texte von Fachautoren in teilweise Feuilleton-Qualität. Aber überhaupt kein Buch zum Mitnehmen: Zu dick, zu wenig konkrete Tips. Eben bestens geeignet um die Vorfreude anzuheizen und für Erinnerungen danach. Ein Buch für den Wohnzimmertisch und nicht für das Handschuhfach oder den Rucksack.


Australien - Heimat der Träume

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Freddy Langer]
Haben Sie sich auch schon manchmal gewünscht, dass Sie gerne ein paar richtig gut geschriebene Texte gerne zu einem Reiseziel lesen würden, am besten aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und aus unterschiedlichem Kontext sowohl inhaltlich wie zeitlich? Freddy Langer, Leiter des sehr lesenswerten Reiseteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hatte offensichtlich auch diesen Wunsch. In seinem Reiselesebuch "Australien" stellt Langer unterschiedliche Weltsichten über Australien zusammen. Es ist eine Mischung von Artikeln prominenter und weniger prominenter Autoren, die in ihrer Zusammenstellung wiederum einen zusätzlichen Mehrwert an Erkenntnis geben.

Der Quellen- und Autorennachweis ist erfreulich ausführlich gestaltet, so dass das Buch einlädt zu weiteren Lesereisen nach Australien mit ganz unterschiedlichen "Reiseleitern": Bruce Chatwin erzählt den Schöpfungsmythos der Aborigines und James Cook schildert die erste Begegnung mit Aborigines, auch ein Märchen der Aboriginies ("Das große Wasser") ist Teil des Buches. Höchst lesenswerte Texte der Reiseschriftsteller Paul Theroux, Cees Nooteboom und Bill Bryson berichten über zuweilen sehr akribisch beschriebene Details. Vorgestellt wird auch das Australien-Bild des Zoologen Alfred Brehm und des Forschungsreisenden Ludwig Leichhardt. Vervollständigt wird die Zusammenstellung durch Reportagen aus jüngerer Zeit. Themen sind dabei unter anderem der Alltag im Opalstädtchen Coober Pedy und eine Schlauchboottour auf dem Franklin River. Letzter Artikel stammt von Langer selbst. Es werden aber nicht nur Reportagen vorgestellt, die auch schon einmal im Reiseteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung abgedruckt waren. Der Curdimurka Outback Ball in Südaustralien wurde bereits 1996 porträtiert von Andreas Obst, einige Jahre später gab es auch einen Fernsehfilm darüber. Die Reportage von Walter Schoendorf entstammt dem Online-Portal travelbook.de. Auch hier werden Archivschätze wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um Reportagen aus dem Reisemagazin Globo, dem hier ein kritischer Rückblick gewidmet wird. ("Die journalistische und ästhetische Qualität der Reportagen ging bei Globo oftmals im Themen- und Werbemix unter.") Das Reiselesebuch von Freddy Langer beweist dass es sie noch gibt: die hohe Schule des inhaltlich anspruchsvollen Journalismus zu Reisethemen, abseits des weit verbreiteten "Durchlauferhitzers" für die Werbebotschaften der Tourismusindustrie. Mit Cees Nooteboom hat Langer einen Auszug von einem der heute international renommiertesten europäischen Schriftsteller in das Buch aufgenommen. Der Romanautor, Lyriker und Reiseschriftsteller Cees Nooteboom sagt von sich selbst, sein Leben bestehe "aus Reisen, Sehen und daraus, dieses anschließend in Bildern auszudrücken".

Freddy Langer ist bereits seit September 1989 beim Reiseblatt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dessen Leitung er im April 2002 übernahm. Sein Name steht für hochwertige Reisereportagen. Er ist Autor einiger Amerika-Bücher, darunter der Band "Route 66 - The Final Cut". Eine Sammlung seiner Reportagen, Glossen und Feuilletons aus dem Reiseblatt ist unter dem Titel "So weit. So gut" erschienen.
Wikipedia DE über Bill Bryson
Wikipedia DE über Paul Theroux
Wikipedia DE über Cees Nooteboom
Wikipedia DE über Ludwig Leichhardt
Wikipedia DE über Bruce Chatwin
Wikipedia DE über James Cook



Merian

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [diverse Autoren]
Merian Chefredakteur Andreas Hallaschka ist sichtlich begeistert von Australien. Im Editorial zum Heft vom Januar 2012 schreibt er ihm seien Australien und die Australier immer vorgekommen wie das Beste aus zwei Welten: die Lockerheit der Amerikaner und die grandiosen Landschaften auf der einen Seite und die Verbindlichkeit der Europäer und ihre Kultur auf der anderen Seite.

Merian widmet sich zum fünften Mal in seiner Geschichte dem fünften Kontinent. Autoren und Fotografen haben eindrucksvolle Geschichten und Bilder gesammelt, die in gewohnt hochwertiger Qualität umgesetzt wurden. Gefreut haben wir uns insbesondere über die Artikel unserer Newsletter-Leserin Julica Jungehülsing. Sie lebt inzwischen schon seit zehn Jahren in Sydney und versorgt uns und unsere Leser immer wieder mit aktuellen Tipps und Informationen – auch zu echten Geheimtipps. Julica Jungehülsing stellt ab Seite 32 Sydney vor und begibt sich ab Seite 54 in das Herz Australiens auf den Larapinta Trail. Hansjörg Falz beschreibt das Museum of Modern Art in Hobart (Tasmanien) als "Die Höhle des Provokateurs". Marc Bielefeld war in Westaustralien unterwegs und beschreibt sowohl die Begegnung mit einem Walhai bei Exmouth in "Rendezvous mit dem Riesen" wie auch mit Einzellern, lebende Steine die am Hamelin Pool in der Shark Bay zu finden, sogenannte Stromatolithen. In einem Bericht von Charlotte von Saurma und eindrucksvollen Bildern von Philip Koschel wird Fraser Island vorgestellt. Charlotte von Saurma porträtiert auch Melbourne unter dem Titel "Das Glück der Vergangenheit". Martin Tschechne widmet sich in "Die Wahrheit der Honigameise" den Bildern der australischen Ureinwohnern. Besonders australisch ist auch die Geschichte von Hansjörg Falz über Pubs im australischen Hinterland. Sie handelt von Rudd's Pub in der Tooth Street von Nobby, einem "historical Pub" der als "wirklich wahres australisches Erlebnis" seit 2004 Kultcharakter hat oder vom Royal Hotel in der Clarke Street von Hill End.


Reiseberichte



Reise ins Herz Australiens - Menschen, Mythen und Geschichten

aus Deutschland
eingeschränkt empfehlenswert [Georg Beckmann]
Das 182 Seiten starke Werk von Herausgeber Georg Beckmann aus dem Interconnections Verlag versteht sich als Lesebuch. Es bietet einen Streifzug durch diverse Aspekte der australischen Gesellschaft und dem Alltag in Down Under. Es ist eine Sammlung von Aufsätzen und Artikeln diverser Autoren aus der Website down-under.org.

Behandelt werden eine Vielzahl von Themen: Dazu zählen Politik, Wirtschaft, Einwanderung, Integration, das Leben im Outback, die Erziehung der Kinder, die Arbeitswelt, Kulturen und Probleme beim Umweltschutz. Schwerpunkte sind Berichte über das Leben im australischen Outback und über die Ureinwohner. Leider fehlen dem Buch jegliche Informationen über die jeweiligen Autoren.

Die meisten Artikel wirken fundiert recherchiert, wobei man sich ab und zu die eine oder andere Infografik oder ein Foto wünschen würde. In diesem Buch wird komplett auf Illustrationen verzichtet. Es ist wirklich ein reines Lesebuch. Einige Artikel sind als Interview angelegt, beispielsweise eine Gespräch mit dem Fernfahrer Patrick in der Parap Village Tavern oder mit Bruce Farren, einem ehemaligen Rechtsanwalt in Alice Springs.

Die Aktualität der Artikel ist auf unterschiedlichem Niveau. So wird in der von uns rezensierten Auflage, die im April 2014 veröffentlicht wurde, bei der Darstellung der Politik auch der 2013 gewählte konservative Premier Tony Abott und seine umstrittenen Maßnahmen porträtiert. Die vorgenannten Interviews scheinen dagegen schon vor einigen Jahren geführt worden zu sein.

Aus Sicht der Redaktion ist dieses Buch nützlicher Lesestoff, wenn man sich eingehender mit Australien beschäftigen will und bereits etwas "leichter verdauliche" Bücher wie das Australien-Lesebuch von Barbara Barkhausen aus dem Mana-Verlag und/oder das Buch "Kulturschock Australien" von Elfi H. M. Gilissen aus dem Reise Know-How Verlag gelesen hat und noch ergänzenden Lesestoff sucht. Die vorgenannten Bücher haben nicht nur zusätzlich Bilder sondern wirken auch etwas mehr aus einem Guss, da sie von jeweils einem Autor stammen.

Für eine weitere Auflage würde man sich wünschen, dass man etwas über die Autoren der einzelnen Artikel erfährt. Außerdem wäre es interessant zu wissen wann die Artikel jeweils ursprünglich entstanden sind.

Freiheit erleben - 12 Monate mit dem VW-Bus durch Neuseeland und Australien.

aus Deutschland
empfehlenswert [Gunter Behlig]
Das Buch von Gunter Behlig beschreibt einen Traum, den wohl viele haben aber selten auch verwirklichen: Einmal mit dem eigenen Auto die schönsten Länder der Welt bereisen. Im VW-Campingbus ging es ab Ende 2002 14 Wochen lang durch Neuseeland wobei auf den beiden Inseln 12.589 km zurück gelegt wurden. Damit war Behlig in fast jedem Winkel, denn im Schnitt bereist man innerhalb von 4 Wochen das Land und legt ca. 5000 km zurück. In Australien wurden in neun Monaten 38.948 km absolviert. Was dieses Buch besonders macht ist, dass man neben den typischen Beschreibungen von Reiseerlebnissen auch praktische Informationen erhält, wenn man mit seinem eigenen Fahrzeug Down Under unterwegs sein will.


Frühstück mit Kängurus

aus Grossbritannien
sehr empfehlenswert [Bill Bryson]
Wie wäre es mal mit einer etwas alternativen Form von Reiseführer? Eher so einer Mischung aus Roman, Reisebericht, Satire und Autobiographie? Bill Bryson ist in diesem Punkt eine Institution. Irgendwie so gar nicht vergleichbar mit deutschen Satirikern, die sich darin auch schon mal versucht haben (Kennt noch jemand die Reiseberichte von Walter Sedlmayer oder "Feuersteins Reisen"? Hardy Krügers Fernreisen waren eher unfreiwillige Satire gekoppelt mit Selbstbeweihräucherung) Also: Bill ist in diesem Buch auf einen abenteuerlichen Streifzug durch Australien. Man sollte allerdings auch ein bisschen Sinn für Humor und deftige Formulierungen mitbringen sonst macht dieses Buch keinen Spass.
Bryson konzentriert sich auf die (alltäglichen) Verrücktheiten. So stellt er einen Ort vor, der bis in die 90er ohne Elektrizität auskam, eine skurrile Zusammenstellung von Coffee Shops und Restaurants (Bryson liebt es essen zu gehen), einen Riesenerdwurm und die angeblich giftigste Kreatur der Erde - die Würfelqualle. So richtig entfaltet sich aber die Qualität des Buches erst in der englischen Originalversion - "In a Sunburned Country".

Der Autor spielt, nein, er jongliert regelrecht mit den Worten. Er verwendet sie in allen Facetten. Echauffiert sich, verfällt in poetische Prosa oder hat schlagartige Eingebungen. Da geht in der Übersetzung doch so mancher Zwischenton flöten. Kleine Kostprobe "The sea snakes are especially unnerving, not because they are aggressive, but because they are inquisitive. Stray into their territory and they'll come to check you out, all but rubbing against you in the manner of cats seeking affection. They are the most sweet-tempered creatures in existence. But cross them or alarm them and they can hit you with enough venom to kill three grown men." Es ist vielleicht nicht sein allerbestes Buch (er hat auch einige über die USA geschrieben) aber für Australien-Interessierte, die nicht alles bierernst sehen sicher ein Buch, dass mehr als nur ein paar Schmunzler hervorruft.

Englische Originalversion - "In a Sunburned Country" bei Amazon.
iTunes: Frühstück Mit Kängurus als Hörbuch zum Download



theJourney

aus Deutschland
Dieses Buch können Sie bequem online bestellen. Klicken Sie einfach auf den Bestell-Button links.

Bestellen

empfehlenswert [Chris Bucanac, Julia Disser, Tim Wilsdorf]
Eigenständige Mischung aus Reisebericht, Bildern und Illustrationen, sehr liebevoll und kreativ gestaltet. Während die meisten anderen Backpacker-Reiseberichte aus vielen Buchstaben und ein paar mehr oder weniger gelungenen Schnappschüssen bestehen, haben Julia Disser, Tim Wilsdorf und Chris Bucanac eine aufwändige Kombination aus Bild und Text mit einem ganz eigenen Stil geschaffen.

Der Inhalt basiert auf den Erlebnissen des angehenden Diplomdesigners Chris Bucanac. Dieser war im Alter von 26 Jahren ein Jahr lang in Australien unterwegs, so wie jährlich im Schnitt über 20.000 andere Reisende aus Deutschland mit einem Working Holiday Maker Visum. Primär wollte Chris dasselbe, was in seinem Alter viele wollen: einfach mal lange und weit weg von zu Hause. Da liegt dann doch irgendwie Australien als Ziel relativ nahe. Dort ließ er sich die meiste Zeit einfach wie ein Blatt im Wind treiben.

Aus seinem Reisetagebuch pickte Tim Wilsdorf die wirklich interessanten Informationen heraus und versah sie mit seiner flotten Schreibe. Julia Disser sorgt mit ihren vielen handgezeichneten Illustrationen für das unverwechselbare Design von "theJourney". Chris erklärt zum Konzept des Werkes: "Reiseführer geben einem Ziele vor, erzählen aber nichts. Reiseblogs berichten von Erlebnissen, meist aber in sehr kurzer Form. "theJourney" vermittelt ein Gefühl von all dem zusammen."

Das Buch ist auch eine gute Geschenkidee für Eltern deren Kinder über eine ähnliche Reise nach der Schule oder der Ausbildung nachdenken. Ungewöhnlich an diesem Werk ist auch seine Entstehungsgeschichte: Das Buch entstand mit Hilfe von Startnext, der größten Crowdfunding-Seite Deutschlands. AUSTRALIEN-INFO berichtete erstmals über das Projekt im Newsletter 8/2013 im April 2013. Das Buch wird verlegt von unserem Partnerverlag 360 Grad Medien Mettmann.


Facebook-Seite zu theJourney
Video-Trailer für theJourney
 



Down Under ist alles entspannter

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Christina Danisio]
Was macht am besten wenn mitten im Leben und doch ganz massiven Liebeskummer hat? Sich ablenken und erst mal ganz, ganz weit fort? Das ist nicht die schlechteste Idee dachte sich Christina Danisio, die im Alter von 35 Jahren sich genau damit beschäftigte was man auch als „Mid-Life-Crisis“ bezeichnen könnte. Haben nicht die Australier den Ruf alles nicht so bierernst zu nehmen? Die Tochter einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters, die in ihrer Heimat in Bayern auch als Sprachlehrerin und Übersetzerin arbeitet, machte sich auf nach Down Under. Sie flog zunächst zu Ihrer Freundin nach Melbourne, bereiste dann das Northern Territory und von Cairns nach Sydney entlang der Ostküste und schließlich noch nach Tasmanien.

Ihre Erlebnisse hat sie in einem lesenswerten Buch verarbeitet, in das sie auch zahlreiche Tipps für die Planung eigener Reisen mit hineingepackt hat. Denn es dürfte viele Frauen geben, die sich in einer vergleichbaren Situation wiederfinden: Gerade eine Trennung hinter sich und irgendwie auf der Suche nach sich selbst aber auch nach mehr Freude am Leben, beschäftigt mit der Frage ob ein „kleiner Ausbruch“ hilfreich sein könnte. Da wirbt doch die australische Tourismusindustrie sogar damit, dass eine Reise nach Australien das Leben verändern könne. Kann es das, soll man es wagen – auch und gerade allein als Frau? Oder ist Australien einfach zu weit weg. Christina Danisio hat sich alle diese Frage auch gestellt und ihr Buch liefert eine sowohl sehr persönliche wie auch eindrucksvolle Antwort wie aus einer zunächst zweifelhaft erscheinenden Idee eine begeisterte Liebe wurde – in diesem Fall zu Australien.

Ihr Schreibstil ist erfreulich erfrischend, ihre Beschreibung von Land und Leuten kenntnisreich und detailliert. Die Mischung von Unterhaltung, Information und einer optimistischen Grundeinstellung passt. Was wir mit dem letzten Punkt meinen? Ein einfaches Beispiel aus dem Buch: Statt darüber zu lamentieren, dass man in Economy Class Sitzen im Flieger generell nicht schlafen könne weil man ja sowieso auch der Zeit zu der mal fliege gar nicht im Schlafrhythmus sei, lohne doch auch mal ein Versuch mit einer Schlaftablette. Da zeigt sich der Einfluss der australischen Lebenseinstellung von dem viele immer wieder berichten. Während der Deutsche eher noch über das Problem lamentiert, sucht der Australier nach einer Lösung. Na und ein bisschen italienisch ist das ja auch. Dem italienischen Vater von Christina Daniso dürfte das folglich sicher auch gefallen.
Website der Autorin
 



Spuren. Eine Reise durch Australien.

aus Australien
sehr empfehlenswert [Robyn Davidson]
Mit 27 Jahren machte sich die Autorin an die hindernisreiche Verwirklichung eines verrückten Traums: mit Kamelen die australische Wüste von Alice Springs bis Shark Bay zu durchqueren. Nach einer zermürbenden Vorbereitungszeit zieht sie mit ihrer Karawane los: für acht Monate mit vier wilden Kamelen und einem Hund. Neben der reinen Reise ist es aber auch der Weg zu sich selbst. Zu einer Selbständigkeit, die in der australischen Gesellschaft wo - meist noch - die Männer dominieren - ungewöhnlich ist. Robyn will mit Kamelen die australische Wüste durchqueren. Zuerst folgt ein regelrechter Vorbereitungskampf mit besoffenen Farmern und sadistischen Kamelhändlern. Auch die eigene praktische Ungeschicklichkeit ist ihr im Wege. Die Wüste nutzt sie auch zur inneren Selbstreinigung. Es gibt viele, die behaupten, dass das Outback die Sinne schärfe - ein klarer Himmel schaffe klaren Verstand. Für viele Städter ist dies eine Erklärung der Sehnsucht nach der Weite, der oft menschenfeindlichen Wüste und ihrer unglaublichen Reduziertheit der Elemente - Sonne, Sand, Salz. Wer diese Sehnsucht verstehen will und wer sich für australische Frauenliteratur interessiert - dem ist dieses Buch sehr zu empfehlen.

Das Buch wurde 2013 verfilmt.
 



Ein Jahr Australien

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Julica Jungehülsing]
Auswanderer-Geschichten sind im deutschsprachigen TV in Mode gekommen. Interessant an diesem Buch ist, dass es über die üblichen Zutaten wie Umzugsstress, Abschiedstränen, Wohnungssuche und andere Eingewöhnungsschwierigkeiten weit hinausgeht. Erfreulich ist auch, dass die Autorin eine ordentliche Portion an Selbstironie hat und recht offen darlegt, dass sie wohl weder die ganz grosse Lebensplanerin ist aber eine Alles-muss-seine-Platz-haben-Frau - immer im Spagat zwischen "ein bisschen Deutsch bleiben" und doch den "Aussie Lifestyle" zu leben. Zu präsent scheint der typische Vorwurf an deutsche Einwanderer in Australien die ungeduldigen "Alles-Besserwisser" zu sein. Reizvoll ist, dass einem der typischen Australien-Klischee-Träume nachgespürt wird: Dem Luxus morgens vor der Arbeit und abends nach der Arbeit surfen zu gehen. Und der Frage ob ein "Traumleben" dann sich etwas blasser darstellt, wenn man dieses erst einmal erreicht hat. Interessant ist es mal eine Perspektive zu erfahren, die eben über die Backpacker-Brille hinaus geht. Die professionelle Schreibe macht das Buch umso lesenswerter und es verleitet dazu es in einem Zug zu "inhalieren".

Kleine Kostprobe aus dem Werk: "Sandrinde, Jasmin, Monique - Makler heißen in Sydney nicht nur, als wollten sie unbedingt für eine schlechte Vorabendserie gebucht werden. Sie liefen auch herum, als müssten sie später noch zur Oscar-Verleihung. Für ihren Namen konnte Ramona vermutlich nichts und Kleidung ist Geschmackssache, aber wir zwei hatten eindeutig ein Verständigungsproblem: "Hell, groß und mit Holzfußboden" so hatte die High-Heel-Prinzessin das Loch mit Mülleimer-Anschluss und verfilztem Teppich beschrieben. Dann hatte sie mit azurblau lackierten Fingernägeln den Schlüssel von einem der hundert Haken in ihrem Büro genommen und mir noch ein "You' ll love it" nachgeflötet. Nein, Ramona-Schatz I "love it" überhaupt nicht. Ich schlug die Tür zu, steckte den Schlüssel ein und schüttelte mich. Mein Kopf dröhnte, mir fehlte frische Luft und ein Kaffee. Genau, mehr Kaffee. Der vierten Wohnungsfolter an diesem sonnigen Freitag zum Trotz musste ich grinsen...."weil es in Sydney den besten Macchiato gibt". Diese Antwort war Junghülsings Standard auf die Frage, was sie denn nach Australien gezogen habe. Man sollte sich nicht mit dieser Antwort zufrieden geben sondern sich dieses höchst lesenswerte Werk einfach mal zu Gemüte führen. Dann wird man erst recht grinsen - des öfteren.

Was das Buch erstaunlicherweise gar nicht en Detail verrät ist, dass man Julia Jungehülsing auch im Internet gut begegnen kann. So erfährt man, dass ihre journalistische Laufbahn 1983 in Münster bei den Westfälischen Nachrichten begann. Im Buch gibt es auch den einen oder anderen Querverweis dazu. In Hamburg studierte sie anschließend Slavistik und arbeitete 15 Jahre lang als freie Autorin und Redakteurin. Seit 2001 lebt sie als freie Journalistin in Sydney, einer Stadt, der sie in einer Brigitte-Kolumne 2002 eine fulminante, wenn auch nicht unkritische Liebeserklärung schrieb.

Ihre Reportagen aus Australien, Neuseeland und anderen Ländern im Südpazifik erscheinen unter anderem in Stern, Geo-Saison, Geo-Special, Merian, Tagesspiegel, Zeit, Häuser und Brigitte. Zu ihren Schwerpunkten gehören Lifestyle-, Architektur- und Reisegeschichten. Außerdem faszinieren sie Themen, die hinter die Klischees des sonnenverwöhnten Australiens blicken und dessen Widersprüchlichkeiten behandeln. Das merkt man ihrem Buch an und man meint auch eine Art "Best Of" aus Kolumnen zu lesen - was überhaupt nicht negativ gemeint ist. Schon bei den ersten Kapiteln wünscht man sich, dass es eine Fortsetzung geben möge. Und man ist hocherfreut beim googeln festzustellen, dass Jungehülsing bloggt - also immer wieder kleine Schnipsel des australischen Alltag auf der Seite Weltreporter.net auch ins Netz stellt.
Weltreporter.net: Profil der Autorin



Karawane durchs Outback

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Denis und Tanja Katzer]
Denis und Tanja Katzer verfolgen seit 1991 ein Lebensprojekt, das sie "Die große Reise" nennen. Über diese Reise ihres Lebens haben sie schon zahlreiche Berichte in Büchern und Magazinen veröffentlicht, Filme fürs Fernsehen gedreht, DVDs produziert und Interviews in zahlreichen Radiosendern gegeben. Bekannt sind sie außerdem durch ihre Vortragstourneen. Jetzt haben die beiden ein Buch veröffentlicht, in dem sie ihre vierjährige Tour durch das australische Outback in einer eindrucksvollen Kombination von Text und Bildern zusammengestellt haben. Als Besonderheit sind neunzehn Quick-Response-Codes im Buch enthalten. Mit einem Smartphone oder einem Tablet und entsprechender Software kann der Leser via QR-Code zum Text passende, kurze Videosequenzen abrufen. Ein Video zeigt zum Beispiel, wie die Kamele für die Tour trainiert werden.

In drei Etappen waren Tanja und Denis Katzer mit ihren Packkamelen rund 7000 Kilometer in Australien unterwegs. Die erste Etappe führt von Wundowie östlich von Perth durch die Little Sandy Desert bis zur Anna Plains Station südlich von Broome. Die zweite Etappe beginnt am Zielort der ersten Etappe und endet an der New Haven Station nördlich von Alice Springs im Northern Territory. Die dritte und letzte Etappe schließlich endet in Emu Park östlich von Rockhampton in Queensland.

Die Erlebnisse auf der Tour sind eine emotionale Achterbahn sondergleichen: Traumhaft anmutende Stimmungen in überwältigender Naturkulisse wechseln sich mit lebensbedrohlichen Situationen ab. Die beiden erfahrenen Expedtionsreisenden kommen mehrfach an ihre physischen und psychischen Grenzen. Auf ihrer Route erleben sie die Extreme des australischen Klimas in außergewöhnlicher Intensität: Sonne, Hitze, Dürre, Regen, Feuer und Zyklone. In der westaustralischen Wüste fallen die heftigsten Regenfälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – rund 100 Stunden ohne Unterbrechung. Drei Monate lang müssen die Katzers der Front eines Buschfeuers ausweichen, die sich auf rund 1000 Kilometer erstreckte. Noch bedrohlicher ist der Zyklon Sam mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 Stundenkilometern und einem 50 Kilometer großen Auge. Diesem Bereich können die Katzers und ihre Kamelen nur mit viel Glück entkommen.

Tanja und Denis Katzer berichten auch über die Bewohner auf den weit auseinander gelegenen Farmen. Alle haben mit den harten Bedingungen im australischen Landesinneren zu kämpfen. Statt Outback-Romantik herrscht ein regelrechter Überlebenskampf, wenn beispielsweise Zehntausende von Rindern in einer Dürrephase vom Verdursten bedroht sind.

Der Text ist mitreißend und einfühlsam aus der Sicht von Denis geschrieben. Viele Fotos veranschaulichen den Text hervorragend - man schaut sie sich gerne intensiver an. Das Buch kann man gut in Abschnitten lesen. Während man von Autoren wie Reinhold Messner und Co. vielleicht über Expeditionen zu den Polen und den höchsten Gipfeln unseres Planeten schon einiges gelesen hat, gibt es bei den Grenzerfahrungen der Katzers ganz andere Horizonte, die sich für den Leser auftun. Beim Lesen des Buches ahnt man die Herausforderungen, denen sich die Pioniere gestellt haben, als sie mit den ersten Kamelen dieses riesige Land erkundeten.

Das Buch im Format von 22 x 29 cm umfasst 144 Seiten, enthält 157 Farbfotos und eine Landkarte.
 



Landung in Australien

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Egon Erwin Kisch]
Seit ein Flug nur noch einen Tag lang dauert, vergißt man leicht, welch eine große Reise die Fahrt nach Australien mit dem Schiff noch vor 1945 bedeutet hat. Und wer kann schon von sich behaupten, vom Deck gesprungen zu sein, um überhaupt einreisen zu dürfen? Das kann nur "unser Mann", Egon Erwin Kisch, der in den 1920er Jahren als rasender Reporter berühmt war. Dieses Buch ist eines der wenigen aus deutscher Feder, die im 20. Jahrhundert über Australien geschrieben wurden, das Witz, Einfühlsamkeit, Wissen um die soziale Realität des Landes und literarische Qualität vereint. In längeren und kürzeren Reportagen berichtet Kisch über seine Reise nach Australien (1934/35), seinen außergewöhnlichen Versuch, einzureisen und die Behandlung, die er seitens der Behörden erfuhr. All dies versetzt den Leser in ungläubiges Erstaunen. Kisch kommt aber auch auf die sozialen und politischen Verhältnisse seiner Zeit zu sprechen, auf die schmähliche Behandlung der Ureinwohner durch die Weißen und mit ironischen Seitenblicken auf spleenige Eigenheiten der Australier, wie das Crickettspiel... Dieses Buch ist ebenso ein Muß für jeden Australienreisenden, wie es ein Geheimtip geblieben ist.
 


Obenauf in Down Under

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Wolf Leichsenring]

Wolf und Gabriele Leichsenring aus Bad Oldesloe sind mit ihrem eigenen Wohnmobil im Jahr 2015/16 in neun Monaten 60.000 Kilometer in Australien gereist. Den fünften Kontinent haben sie zuerst umrundet und dann durchquert. Ihr Tour-Tagebuch findet sich in einem ausführlichen Blog und auch gedruckt - in diesem Reisebericht. Seit 35 Jahren erkunden die beiden mit dem Wohnmobil die Welt. In Australien begleiteten sie unter anderem einen Postboten im Outback auf seiner Tour zu riesigen, einsam gelegenen Rinderfarmen. An Australien haben den beiden die Tiere am besten gefallen - Krokodile, Kängurus, Schlangen, Papageien und Koalas.

Dieser Reisebericht bietet mit über 300 Seiten umfangreiches Lesefutter. Wer abwechslungsreiche und informative Lektüre über eine besonders ausführliche Reise nach Australien sucht ... und so im Alter ab 45 aufwärts ist ... der dürfte sich über dieses Buch freuen. Insbesondere bei Lesern, die in den nächsten Jahren in Rente gehen, könnte dieses Buch akutes Reisefieber auslösen, verbunden mit der Idee zumindest teilweise den Spuren der beiden Autoren zu folgen. Die Leichsenrings bieten weit mehr als eine reine Routenbeschreibung. In zahlreichen Exkursen widmen sie sich den Legenden der Ureinwohner und diversen kulturellen und geschichtlichen Aspekten. Das Buch ist kein Reiseführer, vielmehr ein ausführlicher Appetitanreger für alle die den fünften Kontinent selbst ausführlicher bereisen möchten. Die Leichsenrings nehmen den Leser quasi mit auf den Beifahrersitz. Dabei lernt man nebenbei auch viel über Land und Leute, Fauna und Flora. Kein Wunder schließlich ist man ja bei diesem Leseabenteuer mit erfahrenen Pädagogen unterwegs. Indirekt erfährt man so auch etwas über das Phänomen der „grauen Nomaden“, jener relativ großen Gruppe von Australiern die nach dem Arbeitsleben mit Wohnmobil oder Wohnwagen aufzubrechen um ihr eigenes Land intensiv zu bereisen. Ganz so wie es die Leichsenrings getan haben, wobei die beiden Bad Oldesloer für diese Tour Ihr Wohnmobil um die halbe Welt geschickt haben.

Noch ein Tipp: Wer selbst Anregungen für die eigene Reiseplanung daraus ableiten will, sollte während der Lektüre eine Karte bereit zu haben, um die zahlreichen Ortsbeschreibungen einordnen zu können. Die Leichsenrings stellen ihre Reiseerlebnisse auch in Live-Vorträgen vor. Mehr Informationen dazu auf unserer Seite über Diashows, Reiseplanungsseminare etc.
Diashows von Wolf und Gabriele Leichsenring
Website des Autors
 



You're in the bush now - Ein Jahr Reisen und Jobben in Australien und Neuseeland

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Björn Linnemann]
Björn Linnemann (geb. 1979) kennt der eine oder andere vielleicht als gelegentlichen Autor aus dem Australien-Magazin. Nach einem Praktikum in Rumänien reiste er mit seiner Freundin Tanja elf Monate durch Australien und Neuseeland. Sein Erlebnisbericht ist insbesondere für all diejenigen reizvoll zu lesen, die eine ähnliche Reise planen. Das Buch liest sich recht, gut ist humorvoll und mit einem ordentlichen Schuss Selbstironie verfasst. So beschäftigen sich die Episoden mit Themen wie "James Dean auf dem Damenklo", "Der Karnickelzaun" oder einer "Bikinipatrouille". In letzterem Kapitel beschreibt Björn die Aufgaben in einem seiner Jobs als Porter auf Dunk Island (vor Mission Beach in Queensland). Da gehört es dazu die Wohlfühl-Atmosphäre zu schaffen. Andererseits gibt es auch im Paradies strenge Regeln: "Damit der zahlende Gast sich auch an kalten Tagen gewiss sein kann, im Regenwald- und strandparadies angekommen zu sein, ist es den Mitarbeitern nicht erlaubt, vor 17 Uhr einen Pullover zu tragen. Ausgesprochen amüsant fängt das Buch auch an: Der Auftakt ist regelrecht spritzig, schließlich beschreibt Björn erst mal das gemeinsame Setzen einer Thrombosespritze. Doch, dieses Buch macht Spaß zu Lesen und Lust Australien und die Australier selber (wieder) zu besuchen. Nachfolgend eine Leseprobe:

"… An einem der vielen Schalter für die Passkontrolle im Flughafen von Sydney erwartet nun ein gut gelaunter und blau uniformierter Grenzbeamter von der Statur eines Baumstammes die Ankömmlinge."G'day mate! Welcome to Australia", empfängt er mich, als ich aus der Schlange vortrete, mit einem fröhlichen Lächeln und mir wird gleich warm ums Herz. Dieser nette Herr hatte uns gerade in seinem Land willkommen geheißen ohne auch nur zu ahnen, was wir vorhaben. Ich könnte ja auch die Absicht haben, sein Autoradio zu klauen, seinen Hund zu vergiften oder mit seiner Tochter durchzubrennen. Seinem entwaffnenden Lächeln nach zu urteilen, wäre aber wohl selbst das völlig in Ordnung. Leider ist er einer von der Sorte, die beim Sprechen kaum die Zähne auseinander bekommen. Sein sorgfältig genuschelter australischer Akzent, der Strain (das genuschelte Australian), mutet mitunter wie eine Aneinanderreihung verschiedener Tonlagen ohne jeden klar artikulierten Satz an. Mein Englisch ist darauf nicht vorbereitet. Der freundliche Baumstamm legt beim Blick in meinen Pass unerbittlich los und ich verstehe von dem gut gelaunten Genuschel kein einziges Wort. Ich sehe den Grenzbeamten mit großen fragenden Augen an, bekomme alles noch einmal nuschelnd und pfeilschnell erklärt, schaue immer noch völlig verlassen drein und folge irgendwann einfach der Richtung, in die er zeigt. "Hast du den Kerl verstanden?", frage ich Tanja anschließend, die kurz vor mir durchgegangen war."Ja, du etwa nicht?", antwortet sie verwundert, nimmt meine Hand und wir schlendern zum Gepäckband. …"
Website des Autors



Augenblicke einer Weltreise

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Helga Negele]
Wer schon mal nach Australien geflogen ist, hat während des Fluges sich vielleicht schon einmal Gedanken gemacht wie es denn wohl wäre, jetzt nicht im Flugzeug zu sitzen sondern sich dem fünften Kontinent auf dem Landweg zu nähern. Geht das überhaupt? Helga Negele und Jürgen Dommer haben es ausprobiert und darüber einen lesenswerten Reisebericht veröffentlicht. Sie haben weit mehr als eine Anreise nach Australien vorgenommen. Der Weg war ihr Ziel und so waren sie insgesamt zwanzig Monate durch 19 Länder unterwegs. Zuhause hatten sie Job und Wohnung gekündigt um ihren Traum zu leben: Reisen mit genügend Zeit, um intensive Erlebnisse genießen zu können und über diese Erlebnisse auch ab und zu reflektieren zu können.

Mit ihrem dreißig Jahre alten markant orange lackierten VW Bus haben sie sich von Memmingen über Ankara, Teheran, Lahore, Kathmandu, Lhasa, Chang Mai und Kuala Lumpur bis nach Singapur auf dem Landweg durchgeschlagen. Anschliessend wurde der VW "Bulli", den die beiden als "Orangetrotter" bezeichnen nach Darwin verschifft. In Australien tourten die beiden dann ins rote Zentrum und entlang der West- und Südküste bis nach Sydney. Der Reisebericht ist jedoch weitaus mehr als lediglich eine Beschreibung mehr oder minder reizvoller Orte. Er bezieht seinen Reiz auch durch die Gegenüberstellung der Berichte von Helga und Jürgen, die so manches Erlebnis aus ihrer jeweiligen Perspektive mit unterschiedlichen Eindrücken schildern.

In rund 190 Seiten ihres 246 Seiten starken Buchs berichten Helga und Jürgen über die abenteuerliche (An-)Reise durch Länder wie den Iran und Pakistan. Beide Länder kommen in deutschsprachigen Medien in den letzten Jahren eigentlich nur als Krisenherde vor. Die beiden erleben dort eine überraschend herzlich Gastfreundschaft und große Neugier auf die Weltreisenden. Was könnten diese beiden Länder für hochattraktive Reiseziele sein. Doch auch Helga und Jürgen bekommen zu spüren, wie unangenehm zur Zeit der Landweg nach Australien auf diesem Abschnitt ist. So werden sie auf dem Weg nach Pakistan von der iranischen Polizei begleitet durch Polizisten denen man lieber nicht begegnen mag. In Pakistan sitzen Soldaten mit Kalaschnikows als Begleiter im Bulli und eine der Übernachtungen findet direkt vor einem Gefängnis statt. In diesen Momenten kann man das Unbehagen, das die beiden empfunden haben müssen, sehr gut nachempfinden. Das Buch ist insgesamt informativ und unterhaltsam geschrieben. Da hier effektiv zwei Autoren am Werk sind, liest es sich erfreulich abwechslungsreich. Es ist aus unserer Sicht besonders geeignet für lange Herbst- oder Winterabende, da es dazu einlädt innerhalb von ein paar Tagen am Stück gelesen zu werden.

Von den 56.000 km die im Reisebericht beschrieben werden, werden die letzten 21.000 km in Australien absolviert. Sie werden auf rund dreißig Seiten vorgestellt. Interessant zu lesen ist es auch, wie Helga und Jürgen ihre Ankunft in Darwin empfinden. Es macht eben schon einen großen Unterschied, ob man vor rund 20 Stunden in Frankfurt abgeflogen ist und nach einem kurzen Wechsel der Maschine in Singapur auf australischem Boden landet oder viele tausend erlebnisreiche Kilometer durch Europa und Asien hinter sich hat. Während Asien mit seiner Kultur fasziniert, sind Helga und Jürgen von Australiens Tierwelt und Landschaften begeistert. Wer sich jedoch lediglich für die Beschreibung des australischen Abschnitts der Reise interessiert, sollte eher zu anderen Büchern greifen. Dieses Werk ist eben der Bericht über eine Weltreise und daher wirklich in voller Länge zu empfehlen.
Website der Autoren



Gebrauchsanweisung für Australien

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Joscha Remus]
Schon seit vielen Jahren veröffentlicht der Piper-Verlag „Gebrauchsanweisungen“ für populäre Reiseziele. Im September 2014 erschien die von Joscha Remus verfasste „Gebrauchsanweisung für Australien“. Down Under kennt der 1958 in der Eifel geborene Autor sich sehr gut aus, denn er verbringt die europäischen Wintermonate meist in Australien oder Neuseeland.

Die „Gebrauchsanweisung für Australien“ richtet sich sowohl an Australien-Neulinge als auch an eingefleischte Australien-Fans. Das Buch beschäftigt sich – wie alle anderen Ausgaben dieser Reihe – keineswegs nur mit den Sehenswürdigkeiten und Attraktionen des Landes. Es ist kein Reiseführer, sondern eher eine Sammlung verschiedener Geschichten, die typisch für Australien und die Australier sind. Wobei Joscha Remus zu Recht fragt: Was ist eigentlich typisch australisch oder "true blue", wie die Australier sagen? Joscha Remus kommt zur Erkenntnis, dass die Australier scheinbar triviale Dinge als identitätsstiftend empfinden: zum Beispiel einen Rasenmäher (Victa Lawn Mower), aus Schaffell hergestellte Stiefel (Ugg Boots), einen Hefeaufstrich (Vegemite) oder gar ein Insektenvernichtungsmittel (Mortein).

Dreimal wird das australische Nationaltier, das Känguru, zum Thema einer Geschichte. Die Verblüffung beim Besuch des Golfplatzes von Mareeba im Atherton Tableland ist besonders groß: Hier trifft der Autor einen ehemaligen Frauenarzt, der heute Experte für Känguru-Sexualkunde zu sein scheint. Man erinnert sich an dieser Stelle allerdings an ein anderes Kapitel im Buch, wonach die Australier es lieben, Besucher aufs Glatteis zu führen – etwa mit der Frage nach einem Schraubenzieher für Linkshänder oder dem Auffüllen der Scheinwerferflüssigkeit.

Aufmerksame Leser des Newsletters von Australien-Info.de werden die eine oder andere touristische Attraktion kennen, die Josha Remus beschreibt. Manch eigenes Vorurteil – positiv oder negativ – musste der Autor nach dem Besuch eines touristischen Zieles revidieren. Sowohl die Jumping Crocodile Cruise auf dem Adelaide River im Northern Territory als auch das Tjapukai Aboriginal Dance Theater in Cairns bewertet er nach seinem Besuch überwiegend positiv. Von der Übernachtung im Zoo in Sydney ("Roar and Snoar") war der Autor dagegen wohl schon vom Konzept her bereits begeistert und lobt sie als besonders eindrucksvoll. Westaustralien ist für den Autor eine eigene Welt, dem er das längere Kapitel „Planet WA“ widmet. Vom Ningaloo Reef zeigt er sich in besonderer Weise begeistert.

Die einzelnen Geschichten sind kurz und griffig; es macht Spaß, sie zu lesen. Zu diesem oder jenem Thema liest man gerne noch ein bisschen mehr im Internet nach. Wer schon des Öfteren in Australien war, stellt fest, dass der Autor die Australier ziemlich intensiv beobachtet und höchst treffend beschrieben hat. Mit feinem Gespür stellt er Mentalität und Macken der Aussies humorvoll vor. Wer die Australier verstehen möchte, der hat mit dieser Gebrauchsanweisung ein exzellentes Hilfsmittel. Man erfährt sogar, warum ein Smartphone nichts in der Nähe eines Tasmanischen Teufels zu suchen hat. Joscha Remus hat wirklich intensiv recherchiert.
 



Welcome to Australia Mate

aus Deutschland
empfehlenswert [Michael Schafhauser]
Michael Schafhauser reiste im Alter von 21 Jahren anno 2014/15 acht Monate kreuz und quer durch Australien. Als Höhepunkt wird dem Leser bereits auf dem Klappentext ein Einblick in die Kulissen des RTL Dschungelcamps versprochen das bekanntlich in Australien produziert wird. Der Blick hinter die Kulissen dieser Unterhatungsshow ist tatsächlich aufschlußreich. Wer weiß schon wie aufwändig hier Kandidaten gesucht werden und auch wie detailliert da geprobt wird - fast wie bei der echten Show. Michael dürfte damit einen der außergewöhnlichsten Jobs bekommen haben die Working Traveller in Australien machen können.

Michael richtet sich mit diesem Buch vorwiegend an diejenigen, die ebenfalls einen Working Holiday Aufenthalt planen. Die Tipps für die Planung eines solchen Aufenthalts sind allerdings längst nicht so umfassend wie in den fast jährlich aktualisierten Spezial-Reiseführern aus den Verlagen Reise Know-How, Mana und Interconnections. Dem eigenen Anspruch „alle notwendigen Informationen zu liefern die du vor der Reise wissen musst“ wird das Werk nicht ganz gerecht, zumal der Sektor von Work und Travel laufend in Bewegung ist. In der Auflage, die wir Ende Oktober 2017 rezensiert haben, war die Einführung von Steuerabgaben ab dem ersten verdienten Dollar seit Juli 2017 noch nicht berücksichtigt. Außerdem fehlen beispielsweise Hinweise auf die recht flexiblen und günstigen Spezialtarife für Working Traveller, die einige Fluglinien anbieten und die wir immer wieder im Newsletter von Australien-Info.de vorstellen. Für 2018 plant der Autor nach eigenen Angaben ein weiteres Update.

Wir empfehlen das Buch von Michael Schaffhauser als ergänzende Lektüre für alle, die einen Reisebericht lesen möchten, um ein Gefühl dafür zu bekommen welche Erlebnisse sie Down Under bei Reisen und Jobben erwarten können. Es ist im Stil eines lockeren Gesprächs unter Kumpeln („Mates“) geschrieben. Ab und zu wird es ein klein wenig langatmig. Über weite Strecken ist es jedoch informativ, unterhaltsam und abwechslungsreich. Es zeigt auch wie der Faktor Zufall eine Reise in die eine oder andere Richtung beeinflussen kann. Wer das Buch von Michael gelesen hat, weiss beispielsweise auch die Angebote zum Couchsurfing kritischer einzuschätzen. Manche Gastgeber sind schon etwas eigenartig - wie beispielsweise Steve in Darwin. Gleiches gilt auch für manche Arbeitgeber. Unter beiden gibt es eben auch schwarze Schafe. Wer das Buch von Michael Schafhauser vor der Reise gelesen hat, ist vielleicht dann zurecht bei manchen Übernachtungs- und Job-Angeboten etwas skeptischer.
 



Krokodile im Gepäck

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Lasse Schmidt]
Vorweg: Das ist kein Reisebericht der üblichen Art. Beworben wird das Buch als Road Movie. Manche Passagen lesen sich wie ein Drehbuchausschnitt. Lasse Schmidt springt jedoch in Inhalt und Stil zwischen den verschiedensten Genres. Da gibt es Stellen, die erinnern an Bestseller der Urlaubscomedy wie Hummeldumm. Kurz darauf wechselt der Autor zu tiefgründigen Reflektionen.

Lasse Schmidt hat das, was man als saloppe Schreibe bezeichnet. Und er geht dahin wo es weh tut, wenn auch nicht immer absichtlich. Zum Beispiel in eine Backpacker-Pension in Sydney die mit der Bezeichnung Absteige wohl noch geadelt wäre oder auf Souvenirmärkte.

Lasse bleibt nicht nur Beobachter, er taucht tief ein in das pralle oder auch manchmal stinklangweilige australische Leben. Voller Selbstironie werden auch eigene Abstürze geschildert. Und direkt im Anschluss gibt es gleich wieder Bildung. So erfährt der geneigte Leser wer jener Harold Holt ist, nachdem in Melbourne ein Schwimmbad benannt ist. Herr Holt ertrank übrigens. Es wäre jetzt zu schade diese immer wieder eingestreuten Präziosen im Zuge einer Rezension hier offenzulegen.

Das Buch ist wie eine Late-Night-Show: viele Highlights, so manches Skurrile, ab und zu auch mal politisch unkorrekt und zwischendurch mal die eine oder andere Länge. Insgesamt aber wirklich sehr unterhaltsam. Und was hat man als Leser nicht alles dazu gelernt.
 



Count. Down. Under - Ausstieg auf Zeit

aus Deutschland
Dieses Buch können Sie bequem online bestellen. Klicken Sie einfach auf den Bestell-Button links.

Bestellen

sehr empfehlenswert [Elke Tesche]
Im Herbst 2009 reiste Elke Tesche acht Wochen lang alleine durch Australien, jeweils mit einem Zwischenstopp in Hongkong auf dem Hin-und Rückweg. Auf dem fünften Kontinent war sie in Bussen, Zügen und Flugzeugen unterwegs und nahm an zwei organisierten Kurzreisen.

Ihre Tour führte sie von Brisbane (mit einer Kurztour nach Fraser Island) per Flugzeug nach Sydney, weiter mit dem Zug nach Adelaide (mit einem Ausflug nach Kangaroo Island), mit dem Bus entlang der Great Ocean Road nach Melbourne, von dort mit dem Flugzeug ins rote Zentrum, dann mit dem Ghan (Zug) nach Darwin und nochmals per Flug nach Cairns in die Region am Great Barrier Riff. Den einen oder anderen dieser Reisebausteine haben die meisten Reisenden, die das erste Mal nach Australien unterwegs sind ebenfalls auf in ihrer Reiseplanung. Ihr Buch ist ein umfangreicher und humorvoller Reisebericht, der sich flott lesen lässt. Insbesondere wer noch nie in Australien war, kann sich damit recht gut darauf einstimmen und wird auch zahlreiche Ideen für eigene Unternehmungen bekommen.

Packend, humorvoll und unterhaltsam erzählt Elke Tesche von ihren Erlebnissen, Begegnungen und Einsichten. Sie gewährt Einblicke in die Mentalität der Australier, deren Freundlichkeit, Gelassenheit und Optimismus sie nachhaltig beeindruckt haben.
 



Weit weg im Outback: Unser Leben in Australien

aus Australien
sehr empfehlenswert [Urs Wälterlin]
Der Basler Urs Wälterlin lebt seit 1992 mit seiner Frau Christine und den beiden Söhnen Samuel und David auf der 132 Hektar grossen Farm "Wombat Creek" im australischen Busch zwischen Sydney und Canberra. Von dort berichtet er für das Schweizer Radio und Fernsehen, Finanz und Wirtschaft, die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt, die TAZ und weitere Medien in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Wälterlin ist schweizerisch-australischer Doppelbürger und ein kritisch-konstruktiver Beobachter von allem was in seiner mittlerweile gar nicht mehr so neuen Heimat vor sich geht. Das liest sich schon auf dem Klappentext nicht ganz so harmlos: "Umgeben von Eukalyptusbäumen kämpft der Hobby-Alphornspieler mit seiner Familie gegen Überflutungen und Waldbrände an, sie scheren Schafe und suchen nach immer neuen Mitteln, um die Kängurus davon abzuhalten, den Salat im Garten zu fressen. Das Aussie-Provinzkaff ihrer Wahl ist wie ein Mikrokosmos von Australien: übersichtlich, liebenswert, freundlich – und gelegentlich furchtbar nervig." Faszinierend ist die Fähigkeit von Wälterlin die vielfältigen Erlebnisse im Beruf und im Privatleben chronologisch aufzubereiten und andererseits auch immer wieder aktuelle Bezüge einzuflechten.

Bei aller Begeisterung für Australien fragt er sich insbesondere warum viele Australier das Problem des Klimawandels leichtsinnig verdrängen. Aus seiner Sicht wird dieses Thema und seine Folgen die nächsten Jahre und Jahrzehnte dominieren und Australien mehr denn je prägen. Ein Land in dem Dürre, Buschfeuer und Überschwemmungen zum Alltag gehören, wobei jedoch deren Ausmasse immer heftiger werden. Auch für den Tourismus hat der Klimawandel seine Folgen, insbesondere für das Great Barrier Reef. Man darf dieses Buch auch gerne als "Reality Check" bezeichnen.

Urs Wälterlin weiss wovon er schreibt, schliesslich musste er schon selbst auf der eigenen Farm beinahe im Erdbunker ein Buschfeuer zu überstehen. Aus Sicht von Urs Wälterlin neigen nicht wenige Australier dazu Probleme zunächst einmal zu ignorieren. Er erlebt zahlreiche australische Politiker als kurzsichtig und in hohem Masse populistisch. Der Umgang mit Natur und Umwelt ist in seinen Augen nicht selten verantwortungslos. Wer den Klimawandel thematisiere würde in den wohlhabenden Vororten der Großstädte oder auf dem Land nicht selten als "grüner, linker Spinner" angesehen, viele Mitbürger der Mittelklasse beschäftigten sich in erster Linie mit Konsum als Freizeitgstaltung.

Neben den Einblicken in Politik und Gesellschaft erfährt man auch so manches darüber wie die Tourismusbranche tickt und manche die über die Reiseindustrie berichten. So vermittelt Urs Wälterlin auch einen Einblick darüber was passieren kann, wenn eine Reise bei der sich ein Reiseziel eigentlich im besten Licht präsentieren wollte, ganz anders verläuft als geplant.

In seinem Buch beschreibt Urs aber auch Lichtblicke. Im Wohnort der Wälterlins gibt es eine erfolgreiche Initiative für nachhaltigeres Wirtschaften. Er und seine Frau sind daran maßgeblich beteiligt.


 



TransAustralia

aus Australien
sehr empfehlenswert [Christian Zimmermann]
3059 km war der Schweizer Fotograf Christian Zimmermann 2016 in Australien unterwegs - zu Fuss auf dem Weg von Darwin nach Adelaide. Er wollte mit voller Absicht eine Reise außerhalb der Komfortzone machen. Und mit dem Fahrrad war er 19 Jahre zuvor bereits ohnehin 10.000 Kilometer auf dem roten Kontinent unterwegs. Der lange Marsch war also keinswegs ein Resultat einer verlorenen Wette oder einer Schnapsidee.

Statt auf klassische Weise einen Rucksack für sein Vorhaben zu schultern entscheidet er sich seine Ausrüsten zum Campieren und Fotografieren in einem Einkaufswagen zu transportieren. Ein entsprechendes Gefährt modifiziert er noch etwas für seine Zwecke. Gestartet wird dann mit 30 Liter Wasser, Proviant für eine Woche und eben jener Camping- und Foto-Ausrüstung. Da er mitten in der Regenzeit in Darwin startet muss er zunächst mit hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit kämpfen. An 105 Tagen marschierte er binnen der vier Monate vom tropischen Norden in den Süden des fünften Kontinents. Als Fußgänger mit Einkaufswagen blieb er dabei nicht unbemerkt.

In diesem Buch berichtet er von vielen Kontakten mit Menschen die ihm lustig, aufdringlich oder seltsam begegnen, meist aber herzlich und hilfsbereit waren. Im Herbst 2017 startet Christian Zimmermann eine ausführliche Tournee durch die Schweiz in der er im Zuge von Multivisionsshows von seiner Reise berichtet.


 


Reise-Comedy



"kreuz und quer" - Ausgabe Northern Territory

aus Deutschland
empfehlenswert [Michael Zeus und Sascha Wirbitzky]
"kreuz und quer" - Ausgabe Northern Territory - könnte Auftakt einer Reihe für Routen für Selbstfahrertouren werden, die in humoristischer Form Australien vorstellen. Australien ist voller Kuriositäten und Zeus und Wirbitzky nehmen sich einige davon vor. Wer den Humor der beiden SWR3 Mornigshow-Modertoren mag, wird sich über diese CD freuen.

Skurrile Reisebeschreibungen sind spätestens seit Walter Sedlmayr immer wieder mal en vogue. Und mit Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" und dem Hörbuch "Ein Mann ein Fjord" erlebte das Genre einen Höhepunkt. Australien war bislang für humoristische Betrachtungen eher Terra incognita. Das hat sich 2009 geändert: Zeus und Wirbitzky entführen den Hörer in Australiens Norden und nehmen auch die Art und Weise aufs Korn wie typischerweise Tourismuswerbung betrieben wird. Da blitzt hin und wieder auch der Humor durch, der Reiseführer über fiktive Länder wie Molwanien, Phaic Tan und San Sombrero so beliebt gemacht hat - allesamt Bücher aus dem Jetlag Travel Verlag, der wiederum in Australien sitzt, genauso wie das Vorbild, das damit veralbert wird - der Lonely Planet Verlag.

Ein paar Kleinigkeiten erfährt man ja zwischendurch auch: Aufgrund des hohen Anteils von deutschsprachigen Mietern von Buschcampern gibt es auch die schöne Warnung der Australier vor Falschfahrern die wieder mal instinktiv rechts fahren: "Fritz in Britz" sei da der Fachbegriff.

Tipp: Die zeitgemäße Form des Mitnehmens eines solchen Audio-Führers ist am ehesten der Download auf einen MP3-Player. Und dazu ein kleiner Radio-Sender, ein sogenannter FM-Transmitter, der auch noch den Akku im MP3-Player wieder auflädt. Wer je mal im Bushcamper seine liebevoll zusammengestellten Musik-Cassetten oder seine wertvollen CDs dabei hatte, dürfte schon manchmal den Sand im Outback verflucht haben. Seit April 2010 gibt es nun das Hörbuch auch als Download.
iTunes: Kreuz und Quer. Mit Wirby und Zeus durch Australiens Outback" - Download als Hörbuch


Australien-Sagas



Werke, die nach unserer Recherche nur noch antiquatrisch erhältlich, aber nach wie vor empfehlenswert sind:


Nächste Ausfahrt Buschhotel - Australische Abenteuer

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Helga Bertram, Jürgen Bertram]
Vielleicht zählen Sie ja auch zu den interessierten Zuschauern des ARD-Weltspiegels oder des Auslandsjournals vom ZDF. Dann könnte es sein, dass sie auch jene kleinen Reportage-Preziosen zu schätzen wissen, die dort die Auslandskorrespondenten der öffentlich-rechtlichen Anstalten zuweilen unabhängig von der Tagesaktualität senden können.

Jürgen Bertram hat fünfzehn Jahre für den NDR als Auslandskorrespondent gearbeitet, davon acht Jahre in China und fünf in Südostasien mit Sitz in Singapur. In dieser Zeit gehörte auch Australien zu seinem Berichterstattungsgebiet. Er hat über Jahre hinweg das Bild der Deutschen über Australien durch Berichte im "Weltspiegel" mitgeprägt. Gemeinsam mit seiner Frau Helga sind beide erklärte Liebhaber Australiens. In ihren Geschichten berichten sie von Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen und zeichnen so ein Mosaik des australischen Alltages. Das Ehepaar Betram hat ein besonderes Gespür für die kleinen Geschichten rund um kuriose Lebensläufe und extreme Schauplätze. So scheuen sie nicht die äusserst holprige Anreise auf der Strasse zu einem Ehepaar, das in der Nullarbor Plain entlang der Strecke des Indian Pacific dem wohl einsamsten Bahnhof der Welt vorsteht. Per Zufall stossen sie auf Sarah Marquis, eine junge Schweizerin, die mit ihrem Hund 15.000 Kilometer durch Australien tourte. Die Bertams schildern zahlreiche Begegnungen mit Australiern der unterschiedlichsten Art: Eine andere eindrucksvolle Begegnung gab es mit Ian Loxton, einem pensionierten Goldgräber in der größten Goldmine der Welt. Bei den Viehzüchtern in New South Wales erlebten die Bertrams wie diese sich mit hausgemachten Umweltproblemen herumschlagen. Die Autoren schildern sachlich und einfühlsam zugleich wie die Aboriginal People gegen den Niedergang ihrer Kultur und insbesondere den Feind Alkohol ankämpfen.

Ein sehr lesenswertes Büchlein mit kleinen Storyhäppchen. Ideal auch als anspruchsvollere Bett- oder Zuglektüre. Das Ehepaar Helga und Jürgen Bertram hat seine Australien-Liebe übrigens in zahlreichen weiteren Publikationen und Fernsehesendungen dokumentiert. Immer wieder mal im TV wiederholt wird die Sendung "Ein australisches Abenteuer" aus 2003, die Bertramsche Entdeckungen an der australischen Westküste zeigt.



Wildwest. Mit dem Jeep durch das Never- Never Land

aus Deutschland
empfehlenswert [Helga Bertram, Jürgen Bertram]
Das Buch "Australien Wildwest" aus dem Jahr 1998 ist auch heute noch aktuell. Beschrieben wird eine Jeeptour über 8.000 Kilometer. Auch hier werden schon Charaktere vorgestellt, die in der Wildnis überleben und sich behauptet haben, mal gut mal schlechter.
281 Seiten, erschienen 1998


In Siebenundvierzig (47) Tagen rund um Australien.

aus Deutschland
empfehlenswert [Joachim Fuchsberger, Thomas Fuchsberger]
Joachim Fuchsberger reiste in seiner Wahlheimat Australien in 47 Tagen rund um den Kontinent auf dem Highway One. Sein Reisetagebuch wurde nicht nur in zwei Teilen als Sendung aus der Reihe "Terra Australis" gezeigt (die es auch als Video gibt), sondern auch in Buchform auf 250 lesenswerten Seiten verewigt: 16.207 Kilometer von Melbourne bis Melbourne - entgegen dem Uhrzeigersinn.
Gefilmt wurde, was des Weges bzw. vor die Kameralinse kam und darüber berichtet er auch. Wie etwa über den Juniorchef der einzigen Akubra-Hutfabrik der Welt (ein Akubrahut ist der traditionelle Filz-Schlapphut aus Kaninchenhaar), Nolas Fleischpastetenbude, der älteste, bis ins kleinste Detail erhaltene "Tante Emma Laden", Buckel-Wale, der "Daly Water Pub", eine Radiostation der Aborigines, ein Multimillionär, ein Benediktinermönch als Unternehmer, ein radelnder Schweizer auf dem High-way, Trudi und Heinz und ihre Torten, Knackwürste und Rollmöpse, ein deutscher Vorstandsvorsitzender und der australische Superstar Steve Vizard.


Rund um den Pazifik

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Michael Palin]
Dieses Buch handelt zwar nur in einem Abschnitt von Australien. Es ist jedoch eines der humorvollsten Reisebücher, weshalb wir es Ihnen sehr empfehlen möchten um in Urlaubsstimmung zu kommen. In Arte wurden die 20 halbstündigen Sendungen zu diesem Buch bereits Anfang 1999 gezeigt: Nach seiner abenteuerlichen Tour "Von Pol zu Pol" hat Michael Palin eine weitere Riesenreise unternommen und die Fülle von Eindrücken im Tagebuch festgehalten. Fast ein Jahr reiste er durch die achtzehn Länder, die an der Küste des Pazifik, des größten Ozeans der Welt, liegen. Er traf Kopfjäger auf Borneo, verspeiste Maden in Mexiko, sang im Chor der Pazifikflotte in Wladiwostok. Basil Pao hat die vielen großen und kleinen Abenteuer fotografisch festgehalten. Palin beschreibt anschaulich, mit viel Humor und auch Gefühl, was ihm auf der Reise rund um den Pazifik begegnet ist. Erstklassige Bilder, lockerer Schreibstil.


Die glücklichen Inseln Ozeaniens.

aus Australien
[Paul Theroux]
Der Autor, gestandener Reiseschriftsteller, berichtet von einer nicht alltäglichen Kanutour durch den Pazifik. Er besucht neben Sydney und der australischen Ostküste auch Neuseeland und verschiedene Inselgruppen in der blauen Weite des Pazifik. Der Leser erlebt alles hautnah mit: die Sorgen und Nöte des Autors, die alltäglichen Probleme beim Hochseepaddeln und das große Glück, wenn kleine Gefahren überwunden sind. Allerdings erfährt er auch die Vorurteile, die der amerikanische Autor über Australier, Neuseeländer und Insulaner mitbringt und man wundert sich spätestens im hinteren Drittel, ob Theroux denn eigentlich was dazu gelernt hat auf seiner Kanutour.
 

Quicklinks: »Forum     »Newsletter     »FAQ     »Impressum     »Haftungsausschluss     »Kontakt

Hauptbereich vergrößern
Hauptbereich verkleinern