[AUSTRALIEN PRESSE INFO] Insider-Tipps für Langstreckenflüge _________________________________________________________________ AUSTRALIEN-INFO.DE P R E S S E I N F O 9. Mai 2001 _________________________________________________________________ Insider-Tipps für Langstreckenflüge Vor einigen Wochen gingen Meldungen über spektakuläre Todesfälle aufgrund des sogenannten "Economy Class Syndroms" durch die Presse. In Australien sind nach Statistiken von Gerichtsmedizinern bereits 18 Menschen daran gestorben. Ob dieses Syndrom wirklich existiert, ist umstritten. Wissenschaftliche Studien sind in dieser Frage zu völlig konträren Ergebnissen gekommen. Einige Forscher halten es für erwiesen, dass das stundenlange Sitzen auf den kleinen Flugzeugstühlen mit angewinkelten Beinen einen Blutstau in den Adern begünstigt. -- Die Opfer Im Oktober 2000 war die 28-jährige Emma Christoffersen nach einem 23-stündigen Flug von Australien nach London an einer Thrombose gestorben. Die 42-jährige Susan Mavir-Ross war im Januar 2001 nach einem neunstündigen Flug von San Francisco nach London gestorben. Die Todesursache: Ebenfalls Thrombose. -- Die Meinung der Experten Jeden Monat erliege in London ein Passagier den Folgen des Touristenklassen-Syndroms, behauptet John Belstead. Der Arzt arbeitet am Ashford Hospital nahe dem Londoner Flughafen Heathrow. In den vergangenen drei Jahren hätten er und seine Kollegen mindestens 30 Passagiere untersucht, die nach Fluegen an Thrombosen verstorben seien. Belstead schätzt: Weltweit sterben pro Jahr bis zu 2 000 Menschen an der Flug-Thrombose. ~ Der Berliner Arzt Helmut Landgraf untersuchte im Auftrag der Lufthansa mögliche Risiken von Langstreckenflügen und fand heraus: Zwar schwellen den Fluggästen, die lange sitzen, die Unterschenkel, aber daraus resultiere noch kein höheres Thrombose-Risiko. ~ Das St. George Hospital am Flughafen Sydney berichtete, monatlich würden dort durchschnittlich zwölf Patienten eingeliefert, bei denen sich während des Fluges ein Blutpropf gebildet habe. ~ Die Thrombose-Gefahr steigt bei älteren und übergewichtigen Passagieren, Diabetikern und Schwangeren, Fluggästen mit Krampfadern und Frauen, die die Antibabypille nehmen und rauchen. -- Das Problem aus juristischer Sicht ~ Rechtsanwalt Helmut Peter Kahlert aus Hamm und Spezialist für Medizinrecht meint: "Fluggesellschaften müssen vor dem Kauf eines Flugtickets über den geringen Sitzabstand und das damit verbundene Thrombose-Risiko informieren. Unterlässt die Fluggesellschaft eine solche Aufklärung der Fluggäste, läuft sie Gefahr, im Falle einer Thrombose-Erkrankung auf Schadensersatz in Anspruch genommen zu werden." ~ In Grossbritannien werden derzeit die Gesellschaften British Airways (BA) und Airtours verklagt. Die beiden Kläger haben nach eigenen Angaben während eines Langstreckenfluges eine Venenthrombose bekommen. Ein solches Blutgerinnsel kann im äussersten Fall zum Tode fuehren. -- Mögliche Konsequezen ~ Die Anwältin Geraldine McCool, die die beiden britischen Klaeger vertritt, sagte, ein Erfolg ihrer Mandanten hätte weit reichende Folgen. Fluggesellschaften müssten dann die Sitze vergrössern und für mehr Beinfreiheit sorgen. ~ Logische Konsequenz: Der einzelne Sitzplatz müsste auch wieder deutlich teurer verkauft werden. -- Vorbeugemaßnahmen der Airlines ~ Die United Airlines bietet Vielfliegern und Vollpreiszahlern als eine der ersten Fluggesellschaften in einer sogenannten "New Economy Class" mehr Beinfreiheit an. Der Sitzplatzabstand beträgt dort 91 cm. Bisheriger Höchstabstand in der Economy waren bei vielen Airlines 86 cm. ~ Die British Airways versieht Ihre Flugtickets ab sofort mit Warnhinweisen. Den Passagieren werde darin geraten, lockere Kleidung zu tragen, nur leicht verdauliche Speisen zu sich zu nehmen und nicht zu viel Alkohol zu trinken. Das Kabinenpersonal werde außerdem einfache Dehnübungen demonstrieren, mit denen das lange Sitzen während des Fluges unterbrochen werden könne. ~ An der australischen Qantas ist die British Airways maßgeblich mitbeteiligt. Auch die Qantas wird die gleichen Warnhinweise veröffentlichen. ~ Ähnliche Warnungen plant das Star Alliance Mitglied Ansett. ~ Die Lufthansa zeigt ein Fly-Robic-Video. ~ Die Air France veröffentlicht in ihrem Bordmagazin Fitness-Tipps. Letzteres ist auch bei Air New Zealand und Qantas schon seit Jahren üblich. ~ Emirates stattet seine Flugzeuge mit einem aufblasbaren Tretkissen namens "Aerogym" aus. Damit seien einfache Beinübungen möglich, die den Blutstau in den Venen verhindern können. Zu guter Letzt empfiehlt die britische Studentin Hillary Turnock von der Universität Northumbria Ihre neue Version von Thrombosestrümpfen: In den Strümpfen ist ein kleiner Ballon, der sich durch ständiges Aufblasen und anschließendes Entleeren am Bein entlang bewegt. Durch die Massage werde der Blutkreislauf angeregt und so die Thrombosegefahr verringert. Erfahrene Globetrotter wissen, dass sich ein Langstreckenflug aber auch durchaus ganz bequem gestalten lässt. Der Internet-Service von AUSTRALIEN-INFO.DE hat die besten Tipps von Reiseexperten gesammelt und jetzt im Netz veröffentlicht. » _________________________________________________________________ [ Ueber AUSTRALIEN-INFO.DE ] Deutschsprachige Internet-Nutzer haben mit dem Informationsdienst Australien-Info.de eine ideale Quelle sich über diese und viele weitere Themen zum fünften Kontinent zu informieren. 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